26
Jan 12

Sommerliche Grüsse aus Tenero

Die ersten Paddelkilometer im 2012 in Tenero

Die ersten Paddelkilometer im 2012 in Tenero

Ich verbringe zurzeit bereits mein zweites Trainingslager im so wichtigen Jahr 2012, doch auf meiner Homepage ist Funkstille seit Ende Dezember. Nach Sabaudia konnte ich etwas ruhiger trainieren und runterfahren über die Festtage. Nach einem tollen Silvester mit Freunden ging es am 2. Januar schon wieder voll los. In Rapperswil führten einige Kanuten vom Regattateam ein inoffizielles Trainingslager durch. Inoffiziell weil unser Trainer Ingolf abwesend war und wir selbständig trainierten. Weil der Hauptfokus sowieso dem Skilanglauf galt, war dies nicht weiter tragisch. Neben Langlauf waren wir auch einige Male Schwimmen, sehr oft im Kraftraum, einige Male Joggen und nur wenig auf dem Wasser. Ich blieb für zwei Wochen und konnte trotz meist schlechten Schneeverhältnissen viel trainieren und kam auf über 30 Stunden Training pro Woche. Wenn der Schnee gut war gab es ein paar richtig schnelle Trainings und ich bin motiviert diesen Winter wieder ein paar Langlaufrennen mitzumachen. Damit dieses Trainingslager überhaupt möglich wurde, hat die Gabriel Garage in Ennetbürgen mir kostenlos ein grossräumiger Ford Connect zur Verfügung gestellt. Besten Dank nochmals nach Ennetbürgen.

Zuerst sind wir Flachwasserkanuten jetzt aber in Tenero und versuchen weiter an unserer Athletik zu arbeiten. In der ersten Woche sind wir nur ein fünfköpfiges Team, aber schon Morgen kommen noch einige Nachwuchsleute dazu. Momentan haben wir auf dem Wasser etwas Pech, weil es oft von allen Seiten her windet und auch sehr wellig ist. So ist es etwas schwierig an der Technik zu arbeiten, was für jetzt eigentlich das Ziel ist. Mit den Möglichkeiten im Kraftbereich, den Schwimm- und Hallentrainings können wir jedoch sehr zufrieden sein und können dort unsere Kondition und Koordination weiter auf Vordermann bringen. Hier im Schweizer Süden haben wir abgesehen vom Wind sehr schönes Wetter bis 14 Grad. Es lässt sich also ganz gut aushalten.


22
Dez 11

Gönnervereinigung Fabio Wyss

Im Jahr 2011 entstand die Gönnervereinigung Fabio Wyss. Dieser Verein dient dazu meine hohen finanziellen Aufwendungen, die mit dem Sport anfallen, zu decken. Da es mit der momentanen Wirtschaftslage für den Kanuverband, aber auch für mich als Einzelsportler einer Randsportart sehr schwierig ist Sponsoren zu finden, scheint die Gönnervereinigung ein optimales Mittel zu sein um meine Sportkarriere weiter zu professionalisieren. Der Verein besteht aus drei Vorstandsmitglieder. Präsidiert wird er von meinem Onkel Markus Wyss. Eugen Dornbierer, der mich auch sonst medienmässig unterstützt ist Medienverantwortlicher und meine liebe Tante Cornelia Süess hat den Part Marketing übernommen, da sie mit ihrer eigenen Firma Süess-Kreativ in diesem Bereich viel Erfahrung mit sich bringt.

Für die Gönnervereinigung habe ich eine Unterseite auf dieser Website aufgeschalten, unter “Gönner” findet ihr alle Informationen. Bei Fragen könnt ihr mich direkt anfragen, am besten per Email fabiowyss@hotmail.com. Auf Anfrage kann ich auch mein Budget für die nächste Saison zukommen lassen. Demnächst wird auch noch ein Flyer entstehen. Für eure Unterstützung bedanke ich mich jetzt schon und wünsche euch allen Frohe Festtage!


12
Dez 11

Eine Woche der Rekorde

Die erste Woche in Sabaudia ist geschafft. Wie immer bin ich äusserst müde, aber soweit sehr zufrieden. Am Dienstag gab es bei relativ viel Wind den Eingangstest. Dabei stellte ich auf der Unterdistanz mit 47.7 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit auf. Eigentlich bin ich in den kurzen Sachen noch nicht so auf der Höhe, besonders nicht zu dieser Jahreszeit. Deswegen ist die Zeit wohl vor Allem dem unterstützenden Rückenwind zu verdanken. Der 2000m Test mit Wende war schon etwas aussagekräftiger, da man mit Rücken- und Gegenwind fahren muss. Auch auf dieser Distanz gab es gleich eine neue Bestzeit mit 08:02.9. Meinem Ziel diese Saison, die 2000m mit Wende unter 8 Minuten zu fahren komme ich somit immer näher.

Auch im Ausdauertraining gab es einige neue Rekorde, bei denen auch meine Trainingspartner Lovro Leban und Rok Kuk einiges mitgeholfen haben. Kilometer habe ich auch noch nie so viele in einer Woche erpaddelt. Wenn man Quantität und Qualität gleichzeitig steigern kann, scheint man auf dem richtigen Weg zu sein! Wettermässig haben wir auch sehr viel Glück, meist ist es sonnig und am Tag wird es um die 20 Grad warm. Auch der Wind war bisher sehr erträglich, was gerne so bleiben kann.

Es gab diese Woche aber auch nicht so erfreuliche Neuigkeiten. Am Donnerstagmorgen fand Lovro sein Boot nicht mehr und der Kajak Zweier der Slowenen war auch nicht mehr zu finden. Scheinbar muss über Nacht jemand diese Boote gestohlen haben. Die Polizei wurde eingeschaltet und Lovro bekam ein Ersatzboot, aber natürlich sind wir alle etwas misstrauisch, wenn wir nach dem letzten Training den Bootsplatz verlassen!

Die CH-Jungs Stefan Domeisen, ich und Christophe Nicolet

Die Rapperswiler-Jungs Stefan Domeisen, ich und Christophe Nicolet


05
Dez 11

Training im Süden

Zurzeit bin ich wieder einmal im Trainingslager, und zwar in Sabaudia. Dies ist eines meiner Lieblingstrainingslager, was hauptsächlich mit dem warmen Wetter zu tun hat. Aber als Binnenländer ist man natürlich auch immer gerne am italienischen Meer und das Training mit Konkurrenz habe ich zu Hause auch nicht so oft. Die Konkurrenz besteht aus meinen Schweizer Teamkollegen, sowie einem Grüppchen Slowenen mit meinen üblichen Trainingspartner Lovro Leban und Rok Kuk.

In Sabaudia bleiben wir zwei Wochen und heute haben wir nach einer 12 stündigen Fahrt am Sonntag bereits die ersten drei Trainings gemacht. Leider ist es noch etwas windig zurzeit, deswegen verschoben wir den Eingangstest bis auf weiteres. Deswegen stand heute zweimal Grundlagenausfahrten und ein 60 Minütiger Lauf am Strand bei Sonnenuntergang an.

Ihr werdet bald wieder von mir hören mit mehr Informationen und hoffentlich auch Fotos. Für den Moment kann ich euch nur dieses Youtube Video vom slowenischen Kumpel Rok Kuk anbieten. Er hat mit seiner Helmkamera während meiner Zeit in Slowenien gefilmt. Deshalb sieht man ab und zu als Gastsportler mich über den Bildschirm paddeln.


21
Nov 11

Most na Soci City life

Von meinem knapp zweiwöchigen Slowenientrip bin ich gesund und mit ein paar zusätzlichen Kilometer im Rucksack nach Hause gekehrt. Ich habe mich in der zweiten Woche einiges besser an den etwas hohen Trainingsrhytmus und das harte Socawasser gewöhnt. Den üppig eingerichteten Kraftraum nutzte ich um alle verschiedenen Muskelgruppen zu trainieren. Dies ist zu diesem Zeitpunkt der Saison ideal und zu Hause leider nicht so gut machbar. Da mein kleiner Folterkeller neben zwei Hantelstangen und einer Klimmzugstange nicht so viel bietet.

Neben Kraft- und Wassereinheiten spielten wir auch ein Mal pro Woche Fussball und Basketball. Leider verstauchte ich dabei etwas meinen Knöchel und humpelte einen Tag etwas herum. Ich war knapp fähig mein Boot die 150m ans Wasser zu tragen. Das ist schon ziemlich alles was ein Kanute von seinem Knöchel verlangt, deswegen wurde mein Training nicht allzu sehr beeinträchtigt. Da wir oft eine Turnhalle zur Verfügung hatten, trainierten wir noch ein paar unübliche Einheiten für Paddler um unsere Athletik und unser Körpergefühl auf Vordermann zu bringen. Absolut überraschend kam zum Vorschein, dass ich keinerlei Fähigkeiten als Kunsturner besitze, weder auf dem Boden, am Reck noch am Sprung.

Insgesamt trainierte ich in den 12 Tagen 45 Stunden, daneben gefiel mir das etwas unbekümmerte Leben in Slowenien. Es fühlt sich alles ein bisschen weniger gestresst an als in der Schweiz. Im 600 Einwohner Dorf Most na Soci fällt man natürlich etwas auf als Fremder. Die meisten konnten mich jedoch schnell einmal als Kanute identifizieren und da der Kanusport im Socatal einen speziellen Status geniesst, war man schnell überall willkommen. Vom Gefühl her bin ich auf einem sehr guten Weg für die nächste Saison, es geht nach wie vor weiter nach oben, respektive hoffentlich die 1000m Zeit nach unten.

Seit Trainingsbeginn Anfangs Oktober habe ich in 7 Wochen relativ viel trainiert ohne grosse Pausen mit einem Wochenschnitt von 21 Stunden. Die nächsten zwei Wochen werde ich nun etwas relaxter trainieren zwischen wöchentlich 15 und 18 Stunden, bevor es dann Anfangs Dezember zwei Wochen in den Süden nach Sabaudia geht. Dort werden dann die ersten ganz grossen Umfänge trainiert während der aktuellen Saison. Das heisst wöchentlich ca. 200km und über 25 Stunden Training. Als trainingssüchtiger Mensch quasi ein kleines Weihnachtsgeschenk…


10
Nov 11

Training in Most na Soci (SLO)

Ich bin am Montag gut ins wunderschöne Soca-Tal in Slowenien gereist. Hier trainiere ich zusammen mit den beiden U-23 Vizeeuropameister 2010/2011 Lovro Leban und Rok Kuk sowie ab und zu mit dem zweimaligen Olympiateilnehmer im Kajak-Einer Jernej Zupancic Regent. Jernej ist kürzlich zurückgetreten und trainiert noch ein paar Mal pro Woche und ist nach wie vor ziemlich zügig unterwegs. 20 Jahre Leistungssport sind eine Basis die nicht so schnell wieder verschwindet wie es scheint. Mitgereist nach Slowenien ist auch meine Nationalteam Kollegin Nicole Rutishauser. Sie kann hier profitieren von der guten Betreuung vom Schweizerisch-Slowenischen Nationalcoach Ingolf Beutel.

Die Bedingungen hier sind ziemlich gut, etwas wärmer als zu Hause und immer flaches Wasser. Auch wenn es ab und zu windet, bleibt die gestaute Soca immer ruhig, was im Moment wichtig ist, da man im Herbst einen grossen Fokus auf die Technik legt. Ansonsten bietet Most na Soci auch alles was ein Paddlerherz begehrt, einen grosszügig eingerichteten Kraftraum, eine Turnhalle, einen wunderschönen Joggingweg am Fluss entlang und nicht unweit eine Sauna von der ich am Samstag Gebrauch machen will. Meinen Formstand würde ich als ganz gut einstufen, am Sonntag vor dem Trainingslager, gab es den zweimal jährlichen Leistungstest in Rapperswil. Mit einer deutlich neuen Bestzeit beim 2000m Wassertest und einer 17’55 beim 5000m Lauf stellte ich mich zufrieden. Die Kraftausdauerwerte sind für das bisher wenige Krafttraining in der Saison auch auf gutem Weg. Anfangs Woche spürte ich noch etwas die Strapazen vom Testsonntag und mittlerweile werden diese Wehwwechen vom Trainingsalltag überschattet. Was bedeutet, dass ich etwas am leiden bin, wie es sich gehört wenn ordentlich trainiert wird.

Einen grossen Dank möchte ich an Roland Huber und dem Pneuhaus Frank in Sursee widmen. Auf der Suche nach einem Fahrzeug für meinen Slowenien Trip konnte er mir aushelfen. Das nächste Reifenset also bitte in Sursee einkaufen! Der Link lautet: www.pneuhausfrank.ch


03
Nov 11

Introducing a VIP-Athlete from my training group

It was a long time ago, when I introduced you some athletes from my training group. One I didn’t because I was not sure to find the right words. In the past weeks my friend, twin brother, idol finished his beautiful and succesfull carreer. So now it’s the time to introduce you Big Jernej Župancic Regent from Slovenja!

Zupa at Olympics in Peking 2008

Zupa at Olympics in Peking 2008

Name: Jernej

Surname: Župancic Regent

Nicknames: Župa, Jerry

Date of Birth: 18th May 1980

Nationality: Slovenian

Idols: Spartan King Leonidas ;-)

Website: www.zupancicregent.com very nice homepage with all about the most famous Slovenian Flatwater Paddler. Also a lot of links to other paddlers, federations, equipements, Videos and Župa’s Picasa Album.

About him: When I 2008/09  changed from wildwater to flatwater, I was so happy to train together with such a succesfull, experienced and fast paddler. I knew Župa only from Jantex-Calendars and Television. I had the possibility to train with one of my idols, which is a really rare situation. Jernej started paddling 1991  In this time were not really many Flatwater paddlers in Slovenja and he was training a lot with other countries like Hungary, France, Italy and more. He reached together wich Jaka Jazbec  in the K2 a Worldchampionships Final in 2002 and also a Worldcup Medal in Hazewinkel. After he concentrated himself to K1 and qualified himself for Olympic Games in Athen 2004 where he finished 15th. In the Years after he was able to make a lot of progress. He finished the Europeans  in Rank 6 in the year 2005 and 2006.  2007 he managed the 8th place in the K1 A-Final in on the World Championships in Duisburg and definitly reached absolutly world class level. This result qualified Jernej for Olympic Games in Bejing. He finished there 16th this was not really what he expected, so he changed many things for Olympics 2012. He trained hard with Ingolf Beutel, the same coach like me. Unfortunately he had problems to confirm his success from earlier years. After the Worlds in Szeged this year he decided to finish his career. Surely I’m really sad about this decision he was always the guy I wished the most to see crossing the finish line as first. I’m happy that he can work now as coach in Slovenja. Sure that his knowledge and character will help a lot to young paddlers in Slovenja. Like a lot of former paddlers we can see him still a lot of times in the boat. This sport is too cool to finish totally. On Monday I will visit Zupa in his hometown Most na Soci and do some trainings with him as training partner and coach. I’m looking really forward to and want already say thank you for hosting me.

Župa and me after a race in Mantova

Župa and me after a race in Mantova


19
Okt 11

Train hard, sleep well

So ich bin wieder mal etwas unzuverlässig gewesen mit dem Schreiben von Artikeln auf dieser Homepage. Nach den äusserst erfolgreichen Nationalen Meisterschaften gab es 3 Wochen Pause. Für uns Randsportler immer eine gute Gelegenheit um Geld zu verdienen. Das habe ich auf sehr angenehme Art und Weise gemacht in dem ich relativ oft Kanukurse, Kanutouren und Midnightsports Abende geleitet habe. Daneben gab es auch ein paar gemütlich, erholende Tage, aber alles in Allem ging alles etwas zu schnell vorbei, wie das halt so ist.

Vor zwei Wochen war dann der Spuk wieder vorbei und mein Trainingsalltag begann wieder. Mit immer noch ein paar Stunden Arbeit nebenan. Aller Anfang ist schwer und dies trifft auf den Trainingsbeginn besonders zu. Muskelkater, Müdigkeit und Antriebslosgkeit sind die treuen Begleiter in der ersten Trainingswoche. Dies verschwindet zum Glück in der zweiten Woche teilweise mit gewissen Rückschlägen. Die Trainingsinhalte beschränkten sich auf lange Ausdauertrainings auf dem Wasser, Bike, im Schwimmbad und mit Laufschuhen an den Füssen. Daneben wie gewohnt viel Krafttraining im Ausdauerbereich. Dies passte sehr gut zum Vorhaben von meinem Bruder Silvan und mir. Wir paddelten nämlich letzten Sonntag den Adigemarathon in der Nähe von Verona (ITA). Als Vorbereitung sassen wir einige Mal in den K2, den wir vom KC Rapperswil-Jona ausleihen konnten. Es lief von Anfang an bestens und wir gingen voller Zuversicht nach Italien mit unseren Eltern als Betreuer. Ich war mir nach den Trainingszeiten im Klaren, dass wenn alles gut läuft wir ganz vorne mitfahren können. Doch leider kommen bei solchen Marathons in der Regel immer einige Dinge dazwischen, die ein perfektes Rennen verhindern und am Sonntag hatten wir ganz viele Dinge davon. Es fing an am Start, als wir noch gemütlich am Einfahren waren 10 Minuten vor dem Start. Da kam dem Starter auf die hervorragende Idee das Rennen schon mal zu starten, da im Startbereich schon einiges an Gerangel war. Wir lagen zu diesem Zeitpunkt ca. 300m hinter besagtem Startbereich, wie so einige andere Paddler auch. Wir hatten dann die angenehme Aufgabe das Feld von hinten aufzurollen. Was den fahlen Nebengeschmack bei sich trägt, dass man über jede Welle der anderen Boote fahren muss. Dies benötigt einiges an Kraft und bringt das Boot jeweils von der Linie ab. Mit ganz viel Kampfgeist schafften wir den Anschluss an die Verfolgergruppe hinter dem Führenden Boot Benassi/Spadoni. Dies war gleich bei Rennhälfte, doch leider besass die Verfolgergruppe über einiges mehr an Energie als wir und verschärften zugleich das Tempo. Innerhalb weniger Minuten fielen wir weit zurück. 10km vor dem Ziel setzten mein Bruder und ich nochmals alle Kräfte frei, denn wir wollten nicht mit einem Vierten Platz nach Hause gehen. Wir gingen an unsere Leistungsgrenze und schafften tatsächlich nochmals den Anschluss. Ab diesem Moment regierte in meinem Kopf der Ehrgeiz vor dem Verstand und wir übten mächtig Druck aus auf die Gruppe. Schlussendlich erkämpften wir uns den Dritten Rang und waren glücklich, dass es trotz allem noch gereicht hat um unser Ziel zu erreichen. So ein Bruderzweier harmoniert halt einfach gut, in jeglicher Hinsicht :-)

Am Tag danach durfte ich dann ohne Erholung ins Trainingslager nach Rapperswil und bin momentan hier am Wirken mit 3-4 Trainings am Tag und blutunterlaufenen Blasen an den Händen. Also ganz wie es sich gehört in den ersten paar Trainingswochen in der neuen Saison!

Fotos vom Marathon folgen hoffentlich bald


12
Sep 11

Letzte Anstrengungen vor der verdienten Pause

Ein sehr erfolgreiches Wochenende liegt hinter mir. An den Schweizermeisterschaften in Eschenz am unteren Bodensee konnte ich die grosse Medaillenjagd vom letzten Jahr fortsetzen. Es ging aber an diesem Wochenende nicht ausschliesslich um Medaillen und Paddeln bis zum kollabieren, sondern auch um „gewöhnliche Arbeit“ zu Hause in Buochs…

Am Samstag standen in Eschenz die 1000m Rennen auf dem Programm. Meine Lieblingsdistanz, aber auch immer diejenige bei der ich mir selbst am meisten Druck mache! Zuerst gab es gleich mal den Einer, bei mehrheitlich flachem Wasser und leichtem Rückenwind. Ich startete relativ gewöhnlich für meine Verhältnisse. Ich nahm mir zwar vor diesmal etwas schneller zu starten, aber dies war gar nicht nötig. Schon von Anfang an lag ich an der Spitze, was für mich ein absolutes Novum bedeutet. Ich probierte trotzdem einfach mein Rennen zu machen, was mir ganz gut gelang. Bei Rennhälfte versuchte ich meine letzten Verfolger abzuschütteln, was einigermassen gelang, aber Motorbootwellen zerstörten etwas meine Tempoverschärfung. Trotzdem merkte ich ziemlich bald, dass mir dieser Sieg nicht mehr zu nehmen ist. 100m vor dem Ziel lag ich uneinholbar weit vorne und irgendwie gab mir das noch einen Kick, auf jeden Fall legte ich noch einen mächtigen Schlussspurt hin. Den Titel den ich vor zwei Jahren an gleicher Stätte zum ersten Mal zu meinem machte, verteidigte ich nach letztem Jahr nun zum dritten Mal. Mit über vier Sekunden Vorsprung war der Sieg jedoch deutlicher denn je!

1000m Sieg in 3:37.52 Sekunden

1000m Sieg in 3:37.52 Sekunden

Die Kajakzweier über 1000m mit Christophe nahmen wir etwas zu légèr. Unsere klare Favoritenrolle bewog uns dazu vor Allem Kräfte zu sparen. Deswegen war der Sieg nicht so deutlich wie er eigentlich sein müsste, aber gewonnen ist gewonnen :-) Im Vierer mit unseren Rapperswiler Clubkameraden Stefan Domeisen und Matthias Krähenbühl, spielten wir unsere Favoritenrolle ebenfalls gekonnt aus mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 3:09 und dies ohne wirklich an unsere Grenzen zu stossen. Danach hiess es für mich gleich Koffer packen und ab nach Hause. Eigentlich standen noch die 200m im Einer an, aber die Pflicht der Arbeit rief. Gerne hätte ich meine Fortschritte auf der Sprintdistanz unter Beweis gestellt, auch wenn es für eine Medaille sehr knapp geworden wäre.

In meinem Heimatdorf Buochs begann um 19:30 die Kickoff-Veranstaltung zum neuen Gemeindeprojekt Midnight Sports. Midnight Sports soll Jugendlichen ab Sekundarschulalter die Möglichkeit bieten am Samstagabend in der Turnhalle Sport zu treiben, Musik zu hören und Spass zu haben. Von der Idee und dem Projekt war ich von Anfang an überzeugt und begeistert, was dazu führte, dass ich als Projektleiter die Jugendlichen jeweils durch den Abend führe. Dabei bin ich nicht ganz alleine sondern werde von der zweiten Projektleiterin Julia Brechbühl und zahlreichen jugendlichen und erwachsenen Helfer unterstützt. Beim Kickoff-Event wurden einige Reden gehalten, eine Buochser Nachwuchsband überzeugte mit guter Musikeinlage und der erfolgreichste Nidwaldner Sportler; das Skiass Reto Schmidiger (x-facher Juniorenweltmeister, Weltcupfahrer) wurde Interviewt und gab Autogramme. Insgesamt fanden rund 50 Jugendliche den Weg in die Lückertsmatthalle Buochs, dies wurde von allen Anwesenden als sehr positiv empfunden. Ich hatte sehr viel Spass, war aber auch froh, als ich um 23.30 nach Hause durfte um mit der Regeneration des Tages zu beginnen.

Am Sonntagmorgen stand ich nach keinen 5 Stunden Schlaf (das Adrenalin von den Rennen hielt mich noch wach) um 05.30 auf, verpflegte mich und packte die Taschen. Chauffiert wurde ich den ca. 1h 45min dauernden Weg vom Reiseleiter Papa, damit ich mich noch etwas entspannen konnte. Um 08.30 stand dann der 500m Vorlauf im Kajak Einer auf dem Programm. Ich fühlte mich ganz gut fuhr sehr kontrolliert mit tiefer Schlagzahl und viel Druck über die Distanz und sicherte mit Rang Zwei die direkte Finalteilnahme. Noch nie wurde ich auf 500m Schweizermeister im Einer. 2009 nur Fünfter letztes Jahr nach einem sehr guten Rennen knapp Zweiter. Es wurde ein richtiger Showdown zwischen den WM-Teilnehmer Christophe Nicolet, Dave Gubser und mir. Die beiden führten von Beginn weg und ich gesellte mich nach 200m ebenfalls an die Spitze. Dort blieben Dave und ich lange auf gleicher Höhe, ich wusste mit meiner Schlagzahl und dem Druck lieg ich am Maximum für diese Strecke, für einen Endspurt bleibt also nicht mehr viel Energie. Während ich mein Tempo durchzog fiel Dave immer mehr ab und ich überquerte mit deutlichen 1.23 Sekunden Vorsprung die Ziellinie. Die Zeit von 1:41.04 lag deutlich unter meiner persönlichen Bestzeit, ich geniesse die Zeit jedoch mit Vorsicht, da der Rhein, der in Eschenz aus dem See führt, wohl die Zeiten minim schneller machte. Die Kajak-Zweier und Vierer, waren spannende Rennen und wiederum konnten die Boote mit mir drin auf der zweiten Streckenhälfte allen davonziehen. So gab es nach drei Mal Gold am Samstag nochmals drei am Sonntag.

Die Mittagspause verbrachte ich nicht mit Essen oder Schlafen sondern ich fuhr mit Freundin Ramona beim Rahmen Mixtrennen über 200m mit. Letztes Jahr haben wir in einem engen Kampf gewonnen und auch dieses Jahr war es nicht anders. Wir lagen nach dem Start bereits aussichtslos hinten, danach spürten wir plötzlich wie das Boot plötzlich anfängt zu laufen und erst kurz vor der Ziellinie schoben wir unsere Spitze an dem Führenden Duo aus Rapperswil (Livia Haudenschild und Stefan Domeisen) vorbei. Danach gab es noch die Mannschaftsboote über die 200m bei denen wir nicht mehr die grossen Favoriten waren. Im Kajak-Zweier reichte es nur für Rang 3. Zwei Boote aus Romanshorn lagen vor uns. Damit war auch ziemlich klar, welcher Vierer über 200m zu favorisieren war. Trotzdem versuchten wir unseren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen, wir zeigten ein gutes Rennen und konnten wenigstens ein bisschen Spannung aufbauen. Die Romanhorner siegten verdient und wir rangierten uns auf dem Zweiten. Die Schweizermeisterschaften und damit die Saison waren zu Ende. Es reichte insgesamt zu 6x Gold, 1x Silber und 1xBronze. Letztes Jahr konnte ich in Rapperswil 7 Goldmedaillen gewinnen, dieses Jahr war aber die ganze Schweizermeisterschaft einiges besser besetzt und vor Allem die gewonnene 500m Goldmedaille im K1 war nicht ganz einfach. Deswegen bin ich also zu 100% zufrieden und freue mich nun auf drei Wochen trainingsfreie Zeit. Ich habe in den Wochen nach der WM gemerkt, dass ich voll auf den Felgen laufe. Meine Muskeln rebellierten mit Muskelkater und andauernden Verspanntheit. Mein Puls brachte ich in den Trainings nicht hoch und in der Erholung nicht runter, obwohl ich fast nichts trainierte. Naja also Zeit um komplett runterzufahren und mich um die Planung der nächsten Saison, Kanukurse und sportliche Buochser Jugendliche zu kümmern!

Apropos Buochser Jugendliche solche waren in Eschenz auch am Start und zwar für meinen ursprünglichen Verein Kanuclub Nidwalden (Seit 2010 bin ich dem Kanuclub Rapperswil-Jona angehörig). Selina Zimmermann, Alistair Smorthit und Urs Zimmermann waren die ganz grossen Abräumer in der Jugendkategorie, bzw. der weiblichen Schülerkategorie. Herzliche Gratulation dafür!


27
Aug 11

World Championships Szeged 2011 Woooow!

So ich bin richtig spät mit meinem WM-Bericht, eigentlich fast zu spät um ihn doch noch zu schreiben. Die WM war aber so impulsiv und ereignisreich, dass ich unbedingt noch ein paar Worte darüber verlieren will! Wir kamen am Montag 15. August in Szeged an und paddelten ein paar Kilometer zum uns an das Wasser zu gewöhnen. Die langanhaltende Hitzewelle führte dazu, dass das Wasser extrem warm war. Ich war noch nie in Szeged und war vom ersten Augenblick an überwältigt. So grosse Tribünen, so viele Werbeplakate und so riesige Bootslager. Trotz dem grossen Bootslager, war alles sehr eng. Knapp 2000 Sportler aus 94 Nationen brauchen halt ihren Platz. Die Wettkämpfe starteten am Donnerstag über 1000m. Es war wie immer vor dem ersten Rennen ist eine riesige Anspannung. Wir hatten einen starken Vorlauf und mussten um weiterzukommen ein Boot schlagen. Es gab eigentlich nur ein wirklich schlagbares Boot und das waren die Iraner. Sie starteten gut und hielten bis zur Rennhälfte neben uns mit. Dann erhöhten wir das Tempo und die Iraner brachen ein. Schlussendlich schaute eine 3:20 bei Windstille und ohne Endspurt heraus, ein Beweis, dass wir uns gegenüber dem letzten Jahr stark verbessert haben. Im Halbfinal ging es dann hart auf hart, vom Gefühl her gelang ein gutes Rennen. Wurden wir doch immerhin 6. und schlugen starke Boote wie Polen und China. Zeitmässig konnten wir uns nicht verbessern und in der Analyse stellte sich heraus, dass wir während der Strecke etwas tiefe Schlagzahlen hatten. Nun daran war nichts mehr zu ändern, die Qualifikation für den C-Final wurde erreicht. Für die erhoffte B-Finalquali reichte es deutlich nicht. Die Konkurrenz war einfach zu stark für unser junges Boot und im vorolympischen Jahr ist einfach alles noch härter!

Ausgepumpt über der Ziellinie

Ausgepumpt über der Ziellinie

Der 1000m C-Final war eines der schönsten Rennen meines Lebens, obwohl nur Rang 6 (Gesamt 24.) herausschaute. Wir starteten gut, blieben an Italien neben uns dran und liessen die Letten ziehen. Nach 300m fielen die Italiener ab, sie konnten unser Speed nicht halten. Bei Rennhälfte lagen die Letten schon relativ weit vorne, das Boot ist bekannt für ihre Startschnelligkeit. Immerhin waren sie an den Olympischen Spielen in Peking im 500m Final! Wir hielten unsere Taktik ein und holten auf der zweiten Hälfte mächtig auf. 250m vor dem Ziel merkte ich, dass es extrem knapp wird, denn mein ganzer Körper schmerzte. Aber das Boot lief und so stellte ich meinen Verstand und mein Schmerzempfinden ab und gab alles in jeden Schlag. Schlussendlich waren wir ein paar Zentimeter hinten, aber noch nie konnte ich so über mich hinauswachsen und dies stimmt mich für die Zukunft positiv.

Kraftvoller Endspurt auf 1000m

Kraftvoller Endspurt auf 1000m

Die 500m Zielsetzung war klar, ein B-Final muss Pflicht sein. Viele gute Boote schonten sich, da sie sich nur auf die olympischen 1000m konzentrierten. Nach einem schlechten Vorlauf, bei dem wir mit dem Gegenwind haderten, steigerten wir uns zum Semifinal und fanden zurück zum guten Druck. Wieder kamen wir gegen Ende stark auf und erreichten Rang 5. Die ersten drei waren zwar sichtbar vorne, aber wir waren wirklich sehr viel näher dran als im letzten Jahr. Bei Gegenwind können wir mit ganz starken Booten mithalten. Deshalb wollten wir im B-Final alles geben um vorne zu sein. Leider drehte sich nochmals der Wind und der Rückenwind kommt uns als tieffrequente Langsamstarter nicht wirklich entgegen. Wir machten das Beste heraus, starteten aber wirklich etwas zu tief. Jeder der das Rennen kuckte dachte bei Rennhälfte, dass es das war. Nur Christophe und ich wussten, dass da noch was passiert. Wir drehten auf und merkten wie die Boote neben uns immer langsamer werden. Im Ziel war es dasselbe wie auf 1000m, knapp geschlagen trotz guter Moral. Nur war es noch etwas heftiger. Zu Platz 2 fehlten 30 Hundertstel, wir wurden aber 5. Immerhin Gesamt 14, unter den Umständen sicherlich ganz gut.

Das war es denn auch schon von Szeged, ich hätte gerne noch 20 Rennen gefahren. Zehntausende Fans die einen riesen Lärm machen, heisses Wetter und eine Toporganisation. So macht es riesigen Spass, es ist nicht zu vergleichen mit irgendetwas anderem was ich im Kanusport bisher erlebte. Es freute mich, dass meine Eltern zum zukucken, Fotografieren und Berichte schreiben mitkamen. Das Haifischbecken in dem ich mich bewege, hat sie glaube ich ziemlich beeindruckt, dass ich mich vom kleinen Goldfisch immer mehr zu einem Hai bewege konnten sie auch feststellen.

In Front auf dem Grossbildschirm

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