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Sep 18

Eine Karriere ist zu Ende, ein Traum vorbei

«Erst die Möglichkeit, einen Traum zu verwirklichen, macht unser Leben lebenswert», sagte sich Santiago, als er nach einem immer wiederkehrenden Traum beschloss, einen etwas anderen Weg einzuschlagen, als derjenige, der sich sein Umfeld gewohnt war. Santiago ist die Hauptfigur von Paulo Coelhos Bestseller-Roman «Der Alchimist». Der Jugendliche beschloss die Wüste zu durchqueren, um nach einem Schatz zu suchen, der er sich sicher war, in Ägypten zu finden. Wieso erzähle ich das alles, obwohl Coelho noch nicht einmal zu meinen Lieblingsautoren gehört?

2009 stand ich vor einer Entscheidung: Suche ich mir eine Arbeitsstelle als soeben eidgenössisch diplomierter Kaufmann, paddle nebenher so viel wie möglich auf den Wildflüssen dieser Erde oder setzte ich alles auf eine Karte. Die Karte hiess Olympia, und das bedeutete: einen Wechsel auf die Flachwasserdisziplin Kanu-Regatta, so wenig Arbeit wie möglich und so viel Training wie nötig. Von meinem Bruder Silvan erhielt ich zu dieser Zeit das oben erwähnte Buch geschenkt. Auch wenn es nicht meine einzige Entscheidungsgrundlage war, bestärkte es mich ungemein, alles zu riskieren.

Ein Umfeld, um schlechte Phasen abzufedern

Fortan trainierte ich täglich zwischen zwei bis vier Trainingseinheiten, wöchentlich über 20 Stunden. Die meisten davon alleine – egal ob Schnee fiel oder die Wellen des Vierwaldstättersees mein Boot abfüllten. Glücklicherweise hinterfragten meine Eltern meine Entscheidung nicht – oder zumindest wäre es nicht bis zu mir gedrungen. Das half enorm. Denn der Spitzensportler-Beruf ist in der Schweiz nicht wirklich angesehen; ausser man schafft es als Skifahrer, Fussballer oder Eishockeyspieler. Ansonsten heisst es: viele Klinken putzen, viel Überzeugungsarbeit, wenig Ertrag. Ohne Eltern, die hinter mir standen und mich unterstützen, hätte ich es nicht geschafft.

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Trotzdem muss man am Schluss alleine durch – und man will das auch. Es ist zwar ein Spruch der so alt wie abgenutzt ist, aber es stimmt: Sport ist eine Lebensschule. Neben der Selbständigkeit, die gefördert wird, eignet man sich einen enormen Willen an, härtet seinen Körper ab und wird komprimiert mit enorm vielen Emotionen konfrontiert. Das führt zur nächsten Binsenweisheit: Sieg und Niederlage liegen dicht beieinander. Manchmal trainiert man pickelhart über Monate hinweg und nichts geschieht ausser ständige Müdigkeit. Vielleicht ist das Übertraining, vielleicht auch der nötige Schritt zurück, um danach zwei vorwärts machen zu können.

In einer solchen Phase braucht man ein intaktes Umfeld als Auffangbecken. Dieses hatte ich. Meine Familie, die alle enorm viel gemacht haben für meine Karriere. Vor Olympia sprang beispielsweise mein ältester Bruder Reto als Manager ein und koordinierte alle Termine, obwohl ihm in der Sommerzeit mit der eigenen Kanufirma das Wasser jeweils bis zum Hals steht. Zum Auffangbecken gehört auch die Gönnervereinigung, die mich finanziell unterstützte. Viele Leute, die mir nichts schuldig gewesen wären, investierten nicht nur Geld, sondern auch viel Freizeit in diesen Verein. Freunde, gute Gespräche, leckeres Essen (Ich werde nie wieder so viel essen können wie zu meiner Zeit als Spitzensportler), all das half, um aus einer Krise wieder herauszukommen.

Die wohl heftigste Krise hatte ich vergangenen Winter. Eine leichte Entzündung im Ellbogen zog sich über Monate hinweg. Über viele Wochen verpasste ich die Wassertrainings. Krafttraining kann ich noch heute nur mit Einschränkungen machen. Insgesamt verlor ich seit Januar sechs Kilogramm Muskelmasse. Mit Fahrrad- und Lauftrainings hielt ich mich aber immer fit und verlor ein Ziel nie aus den Augen: die WM Ende August in Portugal. Zwar reichte es Andri und mir im Zweier nicht zu viel Glanz. Dahingegen schloss ich mit Rang sechs über 5000m die WM erfolgreich ab – ich egalisierte mein Bestresultat von 2015. Noch wichtiger als diese beiden sechsten Plätze ist in meiner Karriere meine einzige gewonnene Medaille auf internationalem Niveau. Ich gewann sie ebenfalls in Portugal, 2012 an der U23-EM. Es ist nicht der einzige Kreis, der sich schliesst.

Am Boden bleiben, um weiterzukommen

In Eschenz erkämpfte ich an der SM letztes Wochenende meinen zehnten Titel in Folge über die 1000m im Kajak-Einer. Angefangen hat diese Serie 2009. Ebenfalls in Eschenz. Als 20-jähriger, unbeschwerter und unbedarfter Neuling überraschte ich – ausser mich selbst – wohl ziemlich viele. Mindestens so schön war der Titel zusammen mit Christophe Nicolet im Zweier nur ein paar Stunden später. In einem Mannschaftsboot lassen sich Erfolge einfach besser feiern. Zudem gab dieser Erfolg Gewissheit, dass der Wechsel in eine olympische Disziplin die richtige Entscheidung war.K2VictoireSMALLCutted

Während meiner Karriere hatte ich das Privileg, dass ich relativ regelmässig Fortschritte machen konnte. Olympia 2012 verpasste ich zwar, durch meine Erfolge in jener Saison wurde ich dafür in die Spitzensport-RS der Schweizer Armee aufgenommen, erhielt Fördergelder der Schweizer Sporthilfe und hatte endlich die professionellen Rahmenbedingungen, die für eine Olympiaqualifikation von Nöten sind. Mit meinem langjährigen Trainer Ingolf Beutel hatte ich einen Fachmann an meiner Seite, der immer schön schaute, dass ich meine Füsse am Boden behalte. So gut wie täglich zu hören, dass man so gut wie nichts kann, half, um noch mehr die eigenen Grenzen auszuloten. Genau das brauchte ich.

Die Flucht nach vorne – auf der anderen Seite der Welt

Die Olympia-Qualifikation gelang auch für Rio 2016 nicht. Am entscheidenden Rennen, der WM in Mailand 2015, habe ich zwar mein bestes Rennen über 1000 Meter abgerufen, knackte das erste und einzige Mal die magische Marke von 3:30, aber die Konkurrenz war schneller. Die Leistung war trotzdem nicht umsonst – dazu gleich mehr. Danach riskierte ich etwas und verliess für einen Winter mein gewohntes Umfeld. In Australien fand ich nicht nur warmes Wetter, sondern auch Top-Trainingspartner und eine komplett andere Trainingsphilosophie. Ob mich dieser Aufenthalt sportlich wirklich weiterbrachte, weiss ich bis heute nicht so genau. Menschlich möchte ich diese Erfahrung jedoch auf keinen Fall missen: In dieser Zeit ging bei mir privat vieles in eine gute Richtung, zudem konnte ich erstmals so etwas wie journalistisch tätig sein und spürte, wo es mich in der Zeit nach dem Sport in etwa hinziehen könnte.

Ein viraler Infekt brachte mich bei der Rückkehr aus Down-Under um meine Bestleistungen. Die letzte Olympiachance war dahin. Eine schwere Zeit folgte. War es das wirklich? Was nun? Ich wusste, dass ich mir nichts vorwerfen konnte, weil ich immer alles oder mehr gegeben habe, aber es ist verdammt schwierig, wenn man das Ziel der Ziele, den Traum verpasst. Frische Verliebtheit half mir in dieser Zeit, positiv zu bleiben. Ich wollte es irgendwie nicht wirklich wahrhaben, dass ich es nicht schaffte und glaubte immer noch irgendwie daran, nach Rio zu kommen. Tatsächlich: Ein paar positive Dopingtests der Konkurrenz liessen mich aufgrund des WM-Resultats von 2015 nachrutschen. Zwei Wochen vor den Olympischen Spielen. Als letzter Schweizer Athlet überhaupt. Ich erhielt mein Olympiaticket.

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Auch wenn ich jetzt aufs Übelste spoilere, was das Ende von «Der Alchimist» angeht, ich tue es trotzdem: Santiago fand seinen Schatz. Als er ihn hatte, merkte er, dass all die Erfahrungen, all die Menschen, die er während seiner Zeit in der Wüste kennen lernte, ihm mehr bedeuten als dieser Schatz. Es geht mir etwas ähnlich. Rio 2016 war super, aber auch super surreal. Ich begann danach mein Studium, hoffte gleichzeitig, in einem Kajak-Zweier international vorne mitzumischen. Mit meinem langjährigen Club-Kameraden Woody gelang ein zehnter Rang an der EM, aber auch nicht mehr. Dieses Jahr gab ich nochmals alles mit Andri – im Wissen, dass es vielleicht meine letzte Chance ist. Doch mein Körper wollte nicht.

Es fällt mir erstaunlich leicht, das zu akzeptieren. Ich glaube die Zeit ist reif für etwas Neues. Der Kanusport liebe ich nach wie vor und ich werde in irgendeiner Form immer diesem Sport erhalten bleiben, aber ich sehe zu geringe Chancen für eine erneute Olympiateilnahme, und zwar eine ohne Zittern und Warten bis zum Schluss. Auf der anderen Seite reizt mich der Berufseinstieg in den Journalismus enorm. Ich kann diesen nun mit einem Praktikum beim SRF Sport vollziehen – ohne meinen Background als Sportler wäre ich wohl nie an diese Top-Adresse herangekommen. Das Verfolgen von Träumen lohnt sich, der Glaube es zu schaffen ebenfalls.

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Okt 17

Neues Boot, neues Glück

Bevor ein Jahr verstrichen ist ohne aktuellen Blogeintrag, haue ich wieder einmal in die Tasten. Nicht, dass ich dies nicht mehr so oft täte, denn verbunden mit meinem Studium schreibe ich so viel wie noch nie zuvor. Doch nicht nur für das Studium, auch für die Südostschweiz Zeitung durfte ich letzten Sommer einige Artikel verfassen. Dazu kommt der regelmässige Newsletter für Gönner, Sponsoren und Freunde. Falls auch du gerne aktuelle Infos erhalten willst, kannst du dich gerne unter fabiowyss@hotmail.com für meinen Newsletter anmelden!

Das Studium hat auch mein sportliches Engagement ziemlich verändert. Von bis zu 30h Training pro Woche als Profi reduzierte sich mein wöchentlicher Trainingsaufwand auf aktuell knapp zehn Stunden. Trotzdem gelang es mir, diese Saison mein Niveau einigermassen zu halten. Ich war neu im Kajak-Zweier unterwegs mit Stefan Domeisen. Dabei gelang uns diese Saison ein zehnter Rang an der EM in Plowdiw (BUL) und eine persönliche Zweier-Bestzeit von 3:16.313. Leider wollte es zum Saisonhöhepunkt nicht mehr so richtig klappen und wir schieden an der WM im Halbfinale aus und konnten uns somit nicht unter den besten 18 klassieren. Im Einer startete ich diese Saison international über die 5000m und erreichte an der EM mein bisher bestes Resultat in Europa mit Rang acht. An der WM erreichte ich mit Rang 15 immerhin mein Minimalziel. National gelangen mir einige gute Wettkämpfe – auch wenn an der SM meine vierjährige Siegesserie über 200m riss. Über 500m, 1000m und 5000m blieb ich weiterhin ungeschlagen. Der letzte Sieg der Saison war der am härtesten erkämpfte. Ich durfte auf dem heimischen Vierwaldstättersee nach spannenden 42km mit vielen Führungswechseln und einem zwischenzeitlichen Rückstand von über zwei Minuten als erstes Einerkajak die Ziellinie überqueren und freute mich enorm. Ein langes Interview darüber und anderen Dingen findet man auf Tele 1: http://www.tele1.ch/sendungen/3/sport#397755_1

Nun bin ich wieder im Trainingsaufbau für die Saison 2018. Einer Saison der Entscheidung. Mit einem neuen Zweierpartner werde ich nächsten Frühling ins internationale Geschehen eingreifen. Andri Summermatter bringt frischen Wind in meine Karriere. Der 23-Jährige vom KC Schaffhausen ist mein Bezwinger über 200m an der SM und bringt jene Schnellkraft ins Boot, welche mir fehlt. Wir haben bisher noch keine gemeinsamen Wettkämpfe bestritten und nur wenige Trainings absolviert. Dies macht die Ausgangslage spannend für nächstes Jahr. Da wir genügend Angewöhnungszeit haben, sind wir aber sehr zuversichtlich und jetzt schon gespannt. Wie bereits angetönt ist es für mich eine entscheidende Saison. Nächstes Jahr werde ich festlegen, ob ich voll auf die Karte Sport für Tokio 2020 setzen will oder mich auf mein Studium konzentriere. Jetzt schon ist klar, dass es keine leichte Entscheidung wird und, dass ich im neuen Boot alles dafür geben werde, um möglichst gute Argumente für eine Fortsetzung der Karriere liefern zu können.

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Dez 16

Ehrung zum Sportler des Jahres in Rapperswil-Jona

Letzten Freitag fand im Eventhouse in Rapperswil-Jona die Verleihung der Stadtpreise statt. In der Kategorie Sportler des Jahres wurde ich gewählt. Dies ist ein Preis der mir sehr viel bedeutet, denn die Konkurrenz war dieses Jahr äusserst stark. Neben Sandra Stöckli, der Diplomgewinnerin von den Paralympics in Rio, war auch der Mountainbike-Olympionike Lars Forster nominiert. Aber auch sonst war es die Krönung für eine äusserst spezielle Saison mit vielen Höhen und Tiefen.

Ausgezeichnet wurde ich von der ehemaligen SRF-Kommentatorin Regula Späni und dem Sportminister der Stadt Markus Gisler. Die Stadt ehrte neben mir die Junioren-Europameisterin im Karate Shomshanok Benz in der Kategorie Nachwuchs und die Leichtathletik-Koryphäe Cornelia Bürki für ihren Einsatz als Trainerin. Die mit dem Preis verbundene Prämie verwende ich für ein Trainingslager im Februar in Florida. Davor stehen aber noch Studiums-Prüfungen an der ZHAW statt, bei der ich seit September Kommunikation und Journalismus studiere.

Ein Bericht in der Südostschweiz-Zeitung findet ihr unter diesem Link: stadtpreis2016.

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Okt 16

Nach Olympia die grosse Leere? – Nicht Wirklich

Vor ziemlich genau zwei Monaten kämpfte ich in Rio de Janeiro um olympische Ehren. Bereits mit der Teilnahme konnte ich einen Traum verwirklichen. Doch natürlich, vor Ort wollte ich mehr. Realistisch hoffte ich auf eine Top-15 Platzierung. Geträumt habe ich sogar von einem Diplom oder immerhin das beste Rennen meiner Karriere zu zeigen. Ein Rennen auf das ich noch lange stolz zurückschauen kann. Gelungen ist leider nichts von alldem. Bedingungen, die mir nicht in die Karten spielten, ein aussergewöhnlich hartes Vorlauflos, aber auch die bei Weitem nicht beste persönliche Leistung, liessen all meine Wünsche und Träume in der Lagune de Freitas untergehen. Die Enttäuschung war gross. Klar, ich wollte etwas Anderes zeigen, wenn schon mal ein paar Leute mehr zuschauen wie sonst. Doch meine Olympiageschichte ist eine andere, wie die der Meisten. Als letzter Schweizer Athlet wurde ich nachnominiert. Gerade mal zwei Wochen vor Beginn der Spiele. Ich habe zwar die ganze Saison fleissig trainiert, aber nach diversen Rückschlägen, konnte ich mein gewünschtes Rendement nicht mehr erreichen. So kam es, dass ich am Morgen des 15. August mein erstes und in Rio auch letztes Olympiarennen bestritt. Ich habe in meinen 3 Minuten und 41 Sekunden Olympia alles gegeben. Aber mein Alles war wohl nicht gut genug und so schied ich im Vorlauf aus.

Viele Sportler sprechen von der grossen Leere, die man nach Olympia erfährt und auch ich spürte so ein Gefühl. Vermutlich aber anders als viele andere Olympioniken. Denn noch kürzer wie ich mich auf diesen speziellsten Wettkampf meines Lebens vorbereiten konnte, wog die Enttäuschung danach. In meinem Heimatverein in Buochs wurde ich noch am selben Tag nach der Ankunft aus Rio geehrt und gefeiert als hätte ich etwas gewonnen. Je mehr Tage nach meinem Einsatz verstrichen sind, desto mehr ist mein Rennen in den Hintergrund gerückt. Doch die Fragen, wie es denn in Rio gewesen sei, diese sind geblieben. Und so bleibt auch mein Stolz, einen Teil davon gewesen zu sein. Ich habe den Spruch: «Dabei sein ist alles» nie wirklich gut gefunden, aber in meinem Fall stimmt er.

«Wie geht es weiter nach Olympia», war auch so eine Frage, die mir häufig gestellt wurde. Das Interesse danach ist wohl bei jedem Sportler begründet, aber für mich eine der schwierigsten Fragen überhaupt. Ich liebe das Kanufahren und deshalb war für mich immer klar, dass es nach Rio irgendwie weitergeht, auch wenn gerade das Ziel meiner Ziele erreicht wurde. Ebenso klar ist aber auch, dass ich nun ein Vollzeitstudium im Bereich «Kommunikation und Journalismus» begonnen habe. So habe ich nur einen Bruchteil der Zeit zur Verfügung um zu trainieren, wie in den Jahren vor Rio. Alles unter einen Hut zu bringen, verlangt viel Planungsfähigkeit. Die Motivation herzustellen, gestaltet mir weniger Mühe. Es gibt nichts Schöneres als am Abend übers Wasser zu gleiten und die vielen gelernten Sachen des Tages, einfach mal an Land zu lassen. Einfach so vor mich hin zu paddeln würde mich aber nicht befriedigen. Deswegen ist mein Ziel nächstes Jahr an der WM in Tschechien teilzunehmen. Dort werde ich sehen, ob ich realistisch eine zweite Olympiateilnahme anvisieren kann, um in Tokio das beste Rennen meines Lebens zu zeigen.

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10
Aug 16

Vorschau Olympiarennen

Die Reise nach Brasilien verlief einwandfrei und mein Rennkajak überstand den Lufttransport schadlos. Da ich während der Eröffnungszeremonie in der Luft war, verpasste ich diese. Die nächsten Tage bis zu meinem Olympia-Debüt nutze ich für die Akklimatisierung und die unmittelbare Wettkampfvorbereitung. Dabei sind auch noch einige harte Einheiten geplant. Neben der Formausprägung gilt es sich aber auch an die komplizierten Bedingungen zu gewöhnen. Direkt hinter der Copacabana liegt die Lagoa Rodrigo de Freitas, auf welcher wir Regatta-Kanuten und die Ruderer ihre Wettkämpfe austragen. Bei den Ruder-Rennen wurde klar ersichtlich, dass die Wettkampfstätte kein einfaches Pflaster ist. Es herrschen windige und entsprechend schwierige Bedingungen auf dem Wasser. Für mich stellt dies jedoch kein Problem dar, ganz im Gegenteil. Da ich in der Schweiz ebenfalls auf natürlichen und oft welligen Gewässern trainiere, kommen mir die harten Bedingungen entgegen. Zudem habe ich meine Wurzeln bekanntermassen im Wildwasser und kann dementsprechend mit Wellengang umgehen.

Vielleicht helfen mir die schwierigen Verhältnisse sogar, meinen Traum einer Diplomplatzierung an den Olympischen Spielen in Rio zu erreichen. Ich erreichte in den letzten drei Jahren an den Weltmeisterschaften jeweils mindestens einen 13. Rang. Entsprechend ist eine Platzierung unter den ersten 15 an den Olympischen Spielen realistisch, auch der lang ersehnte Traum eines Diploms liegt bei einem optimalen Rennverlauf in Reichweite. Den oft entscheiden die äusseren Bedingungen und die Tagesform über A- oder B-Finalteilnahme.

Die Wettkämpfe beginnen am 15. August um 15:05 Uhr Schweizer Zeit mit den Vorläufen. Kurz darauf, um 16:20 Uhr, finden die Halbfinals statt. Am 16. August um 15:04 Uhr wird das B- und um 15:12 Uhr das A-Final ausgetragen. Im Wassersportzentrum Buochs wird an beiden Tagen ein Public Viewing angeboten. Die Tore öffnen sich eine Stunde vor Wettkampfbeginn und der Eintritt ist natürlich gratis.

Meine Wettkampfdaten & Schweizer Zeit

15. August, 15 :05 Vorläufe

15. August, 16 :20 Halbfinals

16. August, 15 :04 B-Final

16. August, 15 :12 A-Final  

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31
Jul 16

I’m going to Rio

Unglaublich aber wahr, ich gehe nach Rio de Janeiro an die Olympischen Spiele. Was war das für eine emotionale Achterbahnfahrt, die ich die letzten Monate durchgemacht habe. Nach dem verpassen der Olympiaquali im Mai, unter Anderem auf Grund einer Erkältung, werde ich nun nachselektioniert für die Spiele. Meine guten Ergebnisse an der WM im letzten Jahr führten zu diesem Entscheid. Ich freue mich riesig, ein Kindheitstraum wird wahr und auch meine Formkurve zeigt nach oben!!! Mehr Informationen demnächst.


Wow I got a spot for the Olympic Games in Rio! What an emotional rollercoaster it was the last months. After missing the spot in the European Qualifier last May, I do get now a reallocation Quota place. A viral infection just before the Coninental Qualification Race and my strong performances at the last World Champs were reasons why I finally can go and make my 7 years old olympic dream come true. I am looking forward so much and also my performances are getting better and better. Stay tuned!
‪#‎hardworkpaysoff‬ ‪#‎Rio2016‬ ‪#‎icfcanoesprint‬ ‪#‎swissolympicteam‬

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Mai 16

European Qualifiers Duisburg GER

Next week I will start at the European Qualifiers in Duisburg GER. It is the last chance for European paddlers to qualify for the Olympic Games in Rio de Janeiro. After the first Eight European nations qualified last year at the World Championships, there are now two tickets left in the K1 1000m. I had a good preparation all Winter in Australia and feel ready for this very important race of my career.

If you want to follow you can watch it over Livestream: http://sportdeutschland.tv/kanu/para-wm-europaeische-olympia-qualifikation_5

You find results and more information at the official website: http://kanuduisburg.de/WorldCup2016/

Timetable:

Wednesday 18.05.2016

09:34-09:48 Heats K1 1000m

12:22-12:29 Semifinals K1 1000m

Thursday 19.05.2016

09:52 Final K1 1000m (Livestream)

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Apr 16

Back in Europe

By the end of March I arrived back home after my four months Australia trip. It was nice to see my friends and family again, but on the other hand it was hard to say goodbye to so many nice and helpful people Down-Under. Especially because this four months felt like four weeks. It was definitely worth it to go there for such a long time. The training in such a great environment and tough training partners were a huge advantage for me and I enjoyed and tried to give my best every day.

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After five days being home I already packed my stuff together again. This time for a training camp in Italy with the National team. Day by day I adapted better to the time difference and the colder temperatures. After another five days there it was time for doing my first Regatta in Europe this season. In Mantova (ITA) there was a huge competition with almost 1400 athletes from 10 countries. I wanted to prove my progress I did the last months there. With winning Heat and Semifinal without going to my limit I felt very comfortable and ready for the finals on Sunday. I felt good on that day and started probably stronger than ever before. I was leading all the race, but my power disappeared for the last meters and the finish line seemed to go further away than getting closer. In the end Jost Zakrajsek from Slovenia was able to push his fore first over the line. I got second by 11 hundreds of a second. Actually a quite annoying margin in the first moment, but with a few days of distance I am happy with the weekend. I raced better than ever at this time of year. That is also needed because in four weeks the European Olympic Trials will be held in Duisburg (GER). There are two tickets left for the 1000m Kayak Men and many more guys who are asking for one of those!

Results:

K1 1000m

  1. Jost Zakrajsek SLO 3:39.34
  2. Fabio Wyss (SUI) 3:39.45
  3. Alberto Ricchetti ITA 3:41.50

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9
Mrz 16

Aussie Nationals in Perth

Mein aktueller Beitrag in der Zürichsee Zeitung: http://www.zsz.ch/blogs/frischluft/hochmut-kommt-vor-dem-fall/story/31240772

Time is passing by very quickly and this is already one of my last posts from Australia. Last week I was racing at the Aussie-Nationals. Unfortunately I couldn’t race the 1000m because it was the last domestic Trial for the Olympic Team. So I tried to race as many races as possible over the short distances. I started on Wednesday with the K1 200m. I was doing this race three weeks ago in Adelaide as well and landed in the C-Final there. In Perth I did much better and came 14th overall, with a good performance in the B-Final. The margin to the best was about 1.5 seconds less compared to Adelaide. In the K2 I paddled with Rob McIntyre as in Adelaide. We achieved the A-Final as well and came 7th in a very close race.

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On Saturday the 500m were on the program. The concurrence wasn’t as hard as over the 1000m, but there were still many National Team members on the start line. I came through the Semi’s with still having reserves for the A-Final. I was able to give everything in this A-Final. I ended up on Place 3, behind training and roommate Simon McTavish and U23 Vice-Worldchampion Bill Bain. I achieved a new PB over this distance.

In the K2 with Rob we won our Heat in a PB of 1:31.46 and with winning this we already could start recovering for our A-Final the next day. The wind turned on Sunday and we struggled to find a nice powerful stroke in the Headwind. We finished second and got beaten by a very U23 crew. I actually wanted to a gold medal in this race but on that day it wasn’t possible. The last race of that long and tough week, was the new Olympic race for 2020 the K4 500m. With a strong NSW-Crew and a good mix of young and old, sprinters and me we tried to win a medal in our first sitting together. There were a few good other crew on the line and we finally came 4th. It felt really nice setting the stroke and get pushed down the course by some strong athletes. That was my last race Down-Under. The next two weeks are packed with good aerobic sessions and slightly adapt to the training that I am used to do back in Switzerland.

Results:

K1 200m

  1. Steve Bird 34.81
  2. Dunn Callum 35.19
  3. Matt Goble 35.59

14.Fabio Wyss 37.30

K2 200m

  1. Wallace/Tame 33.59
  2. Philipps/Bird 33.84
  3. Dunn/Mc Lean 34.50
  4. Fabio Wyss/ Rob McIntyre 35.87

K1 500m

  1. Simon Mc Tavish 1:40.39
  2. Bill Bain 1:40.72
  3. Fabio Wyss 1:40.91

K2 500m

  1. Lohse/Ellis 1:38.31
  2. Fabio Wyss/ Rob McIntyre 1:40.04
  3. Ryan / Haniford 1:40.98

K4 500m

  1. Bird,Philipps,Holmes,Bowker 1:24.79
  2. Fitzsimmons,McKitterick,Duffy,Wood 1:26.53
  3. Lohse,Ellis,Goble,Dunn 1:27.23
  4. Wyss, McIntyre,Dawe,McLean 1:28.20

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21
Feb 16

Getting paid in Adelaide

Mein neuester Beitrag in der Zürichsee-Zeitung könnt ihr mit diesem Link anschauen: http://www.zsz.ch/blogs/frischluft/unterstuetzung-von-der-sanitaet/story/17725675 Hier gehts weiter auf Englisch 🙂

After some solid training and a few really good sessions during the last weeks, it was time to show what I am able to do in a competition. In Adelaide there were held the Oceania Championships one week ago. On the start line were beside the Oceanian countries a few Asian nations, Canada and of course me presenting Switzerland. It was a pretty strong field with many Olympic Champions. After not racing at my best in Penrith one month ago, I wanted to show improvement and achieve the A-Final over 1000m. Coincidentally I had a pretty similar Semifinal draw like in Penrith and had to race against the same three paddlers who beat me there one month ago. I felt really comfortable from start on and came into the lead after half of the race. I still had my reserves for a good finish and was able to push my lead over the line. I felt really relieved after that race and was satisfied that the training in the past weeks paid off.

In the A-Final there was a strong tailwind going over the course. Not my favorite conditions, but I tried not to care about and find a good rhythm. Unfortunately that was much harder and I struggled to find pressure and paddle nicely. It seemed like other paddlers had trouble with these conditions as well. I finished in fourth place and happy with this result, even if I didn’t show my best race.

I also competed in the 200m and 500m. Against the specialists in the Olympic 200m, I was without any chance, but it is still a good training for me. In the Non-Olympic event over 500m I raced K1 and K2 with Rob McIntyre. The level was not too hard over this distance but still a few good paddlers were on the line. We won our first race together in a quite good time of 1:34.32. We won it with the smallest margin of 0.01 seconds ahead of the New Zealand pair. In the K1 I finished second behind training mate Murray Stewart who won the 1000m as well.

Results:

K1 1000m

  1. Murray Stewart 3:29.87
  2. Jordan Wood 3:33.82
  3. Jacob Clear 3:34.05
  4. Fabio Wyss 3:34.73

K1 500m

  1. Murray Stewart 1:38.61
  2. Fabio Wyss 1:43.42
  3. Robert McIntyre 1:44.05

K2 500m

  1. Wyss/McIntyre 1:34.32
  2. Quickenden/Tinelly 1:34.33
  3. Davey/Pond 1:36.04

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