Junioren-WM USA 2007


23
Jul 07

Einzel Sprint WM 21.7.07

Nachdem Medaillenregen von Gestern, galt es diese Resultate zu bestätigen. Wie gewohnt starteten die K1 Damen zuerst, bei uns war das Kim, sie konnte eine gute Fahrt zeigen und kam auf den guten 12. Platz. Gleich nachher startete Annalena, sie erntete eine Unglücksfahrt und musste schon im oberen Teil den Kanal von unten ansehen, sie konnte sich jedoch noch aufstützen, bei der 2. Bogenbrücke kenterte sie noch einmal, dann war jedoch Schluss und sie musste das Boot verlassen. Chantal erwischte einen guten Lauf und konnte mit dem 10. Platz sich noch knapp in den Top 10 halten.  Bei den C1 Herren ging Chrisi gleich am Anfang an den Start und zeigte, dass seine Wildwasserfähigkeiten schon sehr ausgereift sind. Andy zeigte ein bisschen mehr Mühe, konnte sich jedoch trotzdem vor Chrisi platzieren.  Grosses Pech hatte Christophe Nicolet, beim Einfahren brach seine Fussstütze raus und er musste auf das Ersatzboot zurückgreifen, welches eine absolut andere Form hatte. Er kam ohne gröbere Schnitzer runter, musste sich jedoch mit dem 16. Platz begnügen. Besser lief es Luke er machte eine sehr saubere und schnelle Fahrt welche ihn auf den 10. Zwischenrang brachte. Ich ging als letzter Schweizer beim 1. an den Start. Natürlich wollte ich mich nach der Enttäuschung im Classic rächen. Dies gelang mir sehr gut, ich bin zwar nicht fehlerfrei runtergekommen, doch konnte mich auf den 4. Rang platzieren, zum Podest fehlten 70 Hundertstelsekunden. Jedoch war ich sehr unter Druck weil hinter mir sehr starke Fahrer platziert waren welche grosse Fehler machten.

Im 2. Lauf sind Kim und Chantal wieder ähnlich gut runtergekommen und konnten ihre Plätze halten. Kim konnte sich wie erwartet vom Classic her steigern was sehr positiv ist, Chantal konnte im Sprint nicht mehr so überraschen wie am Mittwoch, aber auch sie kann mit dieser Top 10 Platzierung sehr zufrieden sein.  Bei den C1 war wieder ein ähnliches Bild zu sehen wie im ersten. Diesmal gelang jedoch Chrisi ein noch besserer Lauf und Andy hatte einen gröberen Fehler begonnen. So kam es, dass Chrisi auf Platz 8 vorstiess und Andy auf Rang 9 zurückfiel.  Christophe Nicolet wollte im 2. Lauf noch einmal zeigen was er für Fähigkeiten im Sprint hat und konnte noch den 12. Platz einfahren. Er war verständlicherweise sehr enttäuscht, er hat im Sprint zu den Favoriten gezählt und konnte wegen schlecht eingebautem Material nicht mithalten. Die grosse Überraschung gelang Luke im 2. Lauf, er konnte noch einmal 2 Sekunden schneller fahren und machte noch einen Platz gut. Luke hat in der bisherigen Saison jeweils fast 10 Sekunden pro Lauf auf Christophe oder mich verloren und konnte an der WM plötzlich mithalten. Er ist nächstes Jahr ebenfalls noch Junior und wenn er im Winter fleissig trainiert, kann man an der Junioren EM 2008, vielleicht schon mit einem Top 5 Platz liebäugeln. Der 2. Lauf war für mich die letzte Chance als Junior eine Medaille im Einzel zu gewinnen. Ich ging sehr konzentriert an den Start und konnte explosiv starten. Nach der ersten Brücke machte ich wieder einen Fehler der mich in nicht fliessendes Wasser trieb. Ich kämpfte anschliessend um alles und konnte die Schlüsselstelle wieder gut meistern, doch schlussendlich fuhr ich im 2. Lauf rund 2 Sekunden langsamer als im ersten und damit ist der Traum vom Edelmetall in weite Ferne gerückt. Es ist dann tatsächlich nichts mehr geworden draus und ich wurde von dem Italiener Riccardo Tonini und dem Classic Weltmeister Quentin Bonnetain aus Frankreich noch überholt und musste mich mit Rang 6 zufrieden geben. Für ein Sprint ist es sicher kein schlechtes Resultat, aber ich hatte ganz klar andere Erwartungen und war dementsprechend enttäuscht. Wie im Classic gab es wieder ein Doppelsieg für die Franzosen, diesmal gewann jedoch Theo Dévard vor Quentin Bonnetain, auf dem Dritten Platz klassierte sich Jaroslav Nedved aus Tschechien.   Nach der Rangverkündigung war wieder das obligatorische Leibchentauschen mit den anderen Nationen angesagt und danach ein Athlete Dinner. Um Mitternacht sind wir dann zurück ins Hotel gefahren und heute morgen gings um 5 Uhr morgens wieder 700 Meilen zurück nach Vero Beach. 

Mein Fazit für die WM: Die Einzelrennen sind mir misslungen, dafür können mich jedoch die Teammedaillen sehr wohl trösten und die Stimmung im ganzen Team ist gut. 

Es grüsst  

Fabio  (Jetzt mal ein paar Tage am Strand verbringen=D)  


21
Jul 07

Unglaublicher Doppel-Vize-Weltmeistertitel für das Schweizer Team!

Heute, Freitagmorgen, dürfen wir alle mal wieder bis 9.00 Uhr ausschlafen. Ein herrliches Gefühl nach den eher schlaflosen Nächten in Columbia und dem ewigen Hin- und Herreisen.

Da das Rennen erst um 18.00 Uhr Ortszeit beginnt, macht das ganze Team einen Einkaufsbummel. Zum Mittagessen gibt es ausnahmsweise nicht nur Brot, Fleisch und Käse, sondern auch Teigwaren, zubereitet von Sabine. Die Stimmung ist allerdings sehr angespannt und die Nervosität klar spürbar.

Gegen 16.00 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Kanal. Die Stimmung bei den Fans ist sehr zuversichtlich und es wir gespannt das Teamrennen im Sprint erwartet. Bereits im Voraus wird klar, dass es auf dem schwierigen Wildwasserkanal einig Überraschungen geben kann.

Reto Bernadette und Michi

Als erstes muss unser Frauen-Team (Chantal Abgottspon, Annalena Kuttenberger und Kim Rammelkamp) auf den Parcours. Der Start glückt sehr gut und auch die schwierige Stelle vor dem Ziel meistern unsere Mädels ohne grössere Schwierigkeiten. Im Ziel übernehmen sie die Bestzeit, welche aber vom nächsten Team, den Tschechen unterboten wird. Das Deutsche Team kommt jedoch nicht an die Zeit der Schweizer ran. Die am Schluss startenden Briten klassieren sich ebenfalls noch vor den Schweizern, jedoch hinter den Tschechen und somit bleibt unseren drei Frauen nach dem ersten Lauf der dritte Platz.

Das Schweizer Frauenteam

Die Herren (Fabio Wyss, Christophe Nicolet und Andi Arnold) starten als drittletztes Team in den Wettkampf. Bei der Zwischenzeit übernehmen sie gleich die Führung, welche sie bis ins Ziel nicht mehr abgeben. Die nachfolgenden Tschechen übernehmen aber auch bei den Herren die Bestzeit. Hingegen gelingt den Deutschen keinen optimalen Lauf und sie klassieren sich auf dem dritten Zwischenrang hinter den Schweizern.

Das Herren Schweizerteam
Die Freude nach dem ersten Lauf mit Zwischenrang 2. und 3. ist natürlich gross, aber alle wissen, dass der Kanal keinen Fehler verzeiht und jetzt die Nerven ins Spiel kommen. Das Frauenteam macht jedoch auf mich einen sehr guten Eindruck.

Die Spannung bei den Schweizer Fans ist vor dem zweiten Lauf spürbar und wird noch grösser, als das Frauenteam auf dem Parcours ist. Eine kleine Unachtsamkeit führt dazu, dass Annalena schlechte Strömung erwischt. Da sie aber als Vorderste gestartet ist, kann Kim und Chantal sie überholen und übernehmen ab da die Spitze. Annalena kämpft sich bewundernswert zurück auf die Ideallinie und kann somit einen Zeitverlust vermeiden. Die Schwallstrecke gelingt dem ganzen Team und unten im Ziel sind sich alle sicher, dass es ein sehr guter Lauf ist, mit einer hervorragender Teamleistung. Natürlich übernehmen die Schweizerinnen die Spitze und alle warten gespannt auf die Tschechen, Deutschen und Briten. Den Tschechen gelingt ebenfalls eine gute Fahrt und sie lösen unser Team an der Spitze ab. Den deutschen Frauen gelingt jedoch kein guter Lauf. In der Schwallstrecke kommt es zu einem Zwischenfall mit einem Sturz. Somit ist das Deutsche Team weg und im Ziel bei den Schweizern ist die Hölle los. Tordi, Sabine und ich springen ins Wasser und feiern mit unsern drei Mädels Chantal, Annalena und Kim die Bronzemedaille. Vor lauter Freude bemerken wir fast nicht, dass ebenfalls die Britinnen Probleme haben im Schwallstück und wie die Deutschen auch hinter die Schweiz fallen. Das Unglaubliche wird war, das Schweizer Frauen-Team wird Vize-Weltmeister.

Das Rennen ist allerdings noch nicht fertig. Oben wartet noch das Schweizer Herren-Team. Den Betreuern und Fans fällt es schwer, sich zu beruhigen und sich auf den Lauf der Herren zu konzentrieren. Als die Jungs auf dem Parcours sind, werden sie aber mit voller Elan angefeuert. Auch ihnen gelingt eine Top-Fahrt und im Ziel ist klar, dass sie die Bronzemedaille auf sicher haben. Alle wissen aber, dass noch mehr drin liegt. Gegen die Tschechen haben wir zwar wiederum keine Chance, aber durch einen Fehler bei den Deutschen, wird ebenfalls der Vize-Weltmeistertitel bei den Herren Tatsache.

Die Herren beim Feiern im Wasser Die Herren beim Feiern mit Tordi

Es beginnt eine riesen Party. Überall werden Schweizer Fahnen geschwungen und Sprechchöre setzten ein. Die Rangverkündigung kurze Zeit später wird zu einem Fest für die Schweizer. Eine so erfolgreiche Junioren-WM für das Schweizer Team hat es wohl noch nie gegeben. Nach der Rangeverkündigung geht’s ins Ryan’s zum Nachtessen, da viele andere Restaurants bereits geschlossen haben. Inzwischen liegen alle überglücklich im Bett und Träumen wohl von weiteren Medaillen morgen im Sprint-Einzelrennen.

Siegerehrung Frauen Unser Frauenteam! Schweizer Fans und Betreuer Siegerehrung Herren Unser Herrenteam! Die heutige Medaillengewinner mit Betreuer Freude pur zum 1. Freude pur zum 2. und Freude pur zum 3. Ändu und Silber Nachtessen im Ryan’s

Zwei Sachen sind nach dem heutigen Tag klar:
1. Die Schweizer haben den Kanal im Griff und sie können ihn fehlerfrei befahren.
2. Wir haben Selbstvertrauen und den Hunger nach weiteren Erfolgen.

Somit können wir gespannt sein, auf den morgigen letzten Renntag. Das Rennen startet um 16.30 Uhr Ortszeit.

Das Departement für’s Äusserste macht für heute auch Feierabend und meldet sich, wenn alles normal läuft, morgen wieder.

Grüsse,
Reto


19
Jul 07

Bronzemedaille für die Schweiz im Teamrennen

Nach dem gestrigen Einzelrennen wusste das Schweizer-Team, dass bei optimalem Rennverlauf es sowohl bei den Herren als bei den Damen im Teamrennen für eine Medaille reichen kann. Allerdings wird es bei den Frauen ziemlich schwer werden und die Männer zweifeln an ihrer Medaille, da man die Franzosen nicht richtig einschätzen kann. Trotzdem gehen beide Team mit Zuversicht an den Start.

Bei den Frauen wird bereits bei den Zwischenzeiten ersichtlich, dass es heute wohl nicht für einen Podestplatz reichen wird. Zu stark ist die Konkurrenz aus England, Deutschland und Tschechien. Somit bleibt den drei Mädels Chantal, Annalena und Kim nichts anderes übrig, als sich mit dem undankbaren vierten Rang zu begnügen.

Bei den Herren läuft es besser. Die Zwischenzeiten auf Frankreich sind sehr positiv und auch die sehr guten Zeiten der Südafrikaner können die Schweizer übertreffen. Im Ziel klassieren sich unsere Jungs, Fabio, Christophe und Luke auf dem tollen dritten Platz, hinter den Tschechen und Deutschen. Die Freude und ebenfalls die Erleichterung über die Medaille ist fast grenzenlos. Endlich kann die lang ersehnte Medaille erkämpft werden.

Allerdings bleibt nicht viel Zeit zum Feiern. Bereits drei Stunden nach dem Rennen, macht sich der ganze Wettkampftross wieder auf den Weg nach Charlotte (North Caroline) und in den nächsten Stunden findet das letzte Training auf dem Sprintkanal statt. Morgen steht dann der Team-Sprint auf dem Programm. Eine neue Disziplin, bei welcher wir Schweizer wieder auf eine Medaille hoffen. Der schwierige Wildwasserkanal liegt unseren Fahrern und man darf sehr gespannt sein auf die weiteren Resultate. Allerdings darf man sich auf diesem Kanal keinen Fehler erlauben und das Glück spielt ebenfalls eine Rolle.

Ihr werdet wieder von uns hören!

Grüsse,
Reto

schweizer Fans Schweizer jubelnd auf dem Podest! Medaillenübergabe Auf dem Podest! Das ganze Podest Wieder die Fans! Alle Medaillengewinner auf dem Treppchen


19
Jul 07

Dauerbrenner: Essen in Amerika!

Zwei Blog-Einträge an einem Tag sind zwar wirklich ein bisschen viel, aber über das heutige Nachtessen muss ich einfach berichten. Seit zwei Tagen gehen wir jeden Abend ins Ryan’s zum Nachtessen. Im Rayan’s hat es, ähnlich wie im Golden Carrol, ein Buffet und man kann essen so viel man will. Eine echte Herausforderung für Ändu.

Ryan’s in Columbia Wir beim Essen Der Betreuerstab Mmmh, trinken mit Röhrli!

Auch heute Abend gehen wir wieder dort essen. Nicht nur wegen dem Buffet, sondern auch wegen dem extrem lustigen Kellner. Immer wenn er uns sieht, winkt er uns zu, dass wir in seinem Abteil absitzen. Er füllt uns ständig die Getränke auf und witzelt mit uns herum. Heute will er all unsere Namen wissen. Ändu ernennt sich kurzerhand zum Chief und Silvan versteht unser Kellner als „Zero“. Die ganze Zeit ist es sehr lustig im Restaurant und die Schweizer heizen dieser Bude so richtig ein.

Als der Kellner erfährt, dass Annalena heute Geburtstag hat, singt kurzerhand das ganze Servierpersonal ein absolut komisches „Happy Birthday“ und Annalena bekommt ein Stück Kuchen.

Annalena mit Geburtstagskuchen

Bevor wir das Rayan’s verlassen, schenken wir unserem Kellner ein Shirt der Schweizer Nationalmannschaft mit den Unterschriften darauf und machen noch in Gruppenfoto mit ihm.

Gruppenfoto mit unserem Kellner “Cale”

War wirklich ein sehr lustiger Abend und die Stimmung im Team ist super. Jetzt hoffen wir auf gute Resultate im Teamrennen. Wir sind zuversichtlich, dass wir bald wieder über tolle News aus Amerika berichten können.

Liebe Grüsse,
Reto

P.S. Thank you, Cale, it was great at the Ryan’s!


19
Jul 07

Classic Rennen 18. Juli 2007

Auch heute war die Tagwache wieder um 6:30 Uhr, anstelle von Jogging hat uns Tordi ein paar Runden im Pool schwimmen lassen.Nach dem Frühstück ging es schon bald ein mal zum Einfahren auf die Strecke, wobei die C1 und die Girls nur oberhalb des Starts gefahren sind.

Ich habe mich heute nicht wirklich viel besser gefühlt als gestern und hatte bis nach dem Einfahren auch noch leichte Kopfschmerzen, die kurzen Sprints zum Einfahren funktionierten jedoch schon einiges besser als gestern.
Gut 2 Stunden nach meiner Einfahrt ging es dann los mit meinem Classic-Rennen, ich fühlte mich während dem Paddeln einiges besser als gestern, spürte jedoch, dass es nicht für eine Sensation reichen würde. Überraschenderweise hatte ich jedoch sehr starke Zwischenzeiten in der ersten Hälfte des Rennens. Die ersten 3 Minuten des Rennens habe ich sogar noch die Bestzeit gehabt. Nachher bin ich stetig zurückgefallen und am Schluss bin ich auf dem 8. Platz gelandet, damit bin ich nicht wirklich zufrieden. Besonders weil es sehr viele Leute gibt vor mir, die in dieser Saison noch nie schneller waren als ich. Auf den letzten 3 Minuten bin ich laut Zwischenzeiten auch noch sehr eingebrochen und bin vom 4. auf den 8. zurückgefallen. Ich kann mir dies nicht wirklich erklären, aber es ist nun mal so.

Das restliche Schweizerteam hatte zum Teil die Erwartungen wirklich übertroffen. Zum Beispiel im C1 mit einem 5. Platz von Andy Arnold, der damit die ganze französische Nationalmannschaft hinter sich liess! Ebenfalls Chantal Abgottspon die mit dem 6. Platz überzeugte. Sie ist nächstes Jahr auch noch Juniorin und deshalb darf man schon jetzt gespannt auf die Junioren EM 2008 schauen.
Die restlichen Schweizer klassierten sich bei den K1 Herren mit Christophe Nicolet auf dem 10. Platz und mit Luke Meysner auf dem 20. Platz, bei den K1 Damen kam Annalena Kuttenberger auf den 13. und Kim Rammelkamp auf den 17. Platz. Christopher Fergg kam bei den C1 auf den 9. Platz.

Mit diesen Resultaten darf man gespannt zu den morgigen Teamrennen schauen. Danach werden wir wieder nach Charlotte zurückreisen, um uns auf den Teamsprint vom Freitag vorzubereiten. Am Samstag findet dann das letzte Rennen statt, wo ich mich im Einzel-Sprint für heute revanchieren möchte.

Es grüsst

Fabio

Schweizer Fahne an der Strecke Ziel Rangverkündigung


18
Jul 07

Letzte Nacht vor dem klassischen Rennen!

Es ist nun die letzte Nacht vor dem ersten Rennen. Die Athleten sind bereits im Bett, während dem ich noch kurz über das heutige Non-Stop-Rennen berichte.

Am Morgen war bereits ziemlich früh Tagwach und bis alle am Start waren, ging es zeitweise sehr hektisch zu und her. Schlussendlich sind aber alle rechtzeitig am Start gewesen ohne grössere Zwischenfälle. Leider haben wir aber auch wiedereinmal ein paar gesundheitlich angeschlagene Athleten. Ändu im C1 hat ein entzündetes Kniegelenk, was ihn beim Paddeln jedoch nicht sehr stark behindert und Fabio fühlte sich heute nicht 100% fit. Wir hoffen, dass er morgen wieder topfit ins Boot steigen kann.

Die Resultate vom Non-Stop-Rennen findet ihr unter http://www.jwwc2007.com/therace.html. Bei den Frauen hat im Non-Stop Chantal mit dem 7. Platz sehr überzeugt. Es wäre toll, wenn sie diesen Platz im klassischen Rennen halten könnte. Vielleicht können sich aber auch Annalena oder Kim noch steigern und einen Platz unter den ersten zehn erpaddeln. Bei den Herren K1 klassierten sich Fabio auf Platz 9 und Christophe auf Platz 12. Von beiden darf man aber auf eine Steigerung der Leistung hoffen. Die C1’s hatten es wie erwartet schwer, da in der Schweiz gute Kanadierfahrer Mangelware sind. Trotzdem behaupten sie sich sehr gut auf dem Saluda River.

Ändu am Non-Stop Luke während dem Non-Stop

Nach dem Non-Stop-Race fand auch noch die offizielle Eröffnungsfeier statt. Tja, über die Qualität von der Eröffnungsfeier lässt sich streiten, aber die sehr heissen Temperaturen im klitzekleinen Amphitheater wir wohl niemand abstreiten. Hoffen wir, dass es in zwei Jahren besser wird.

Chantal from Switzerland Einmarsch Militär und Heinz ;-) Fahnen

Übrigens betreffend Junioren Wildwasser Weltmeisterschaften 2009: Heute durften wir an der Teamleadersitzung unser Projekt „Junior Wildwater Worldchampionships 2009 in Buochs“ präsentieren. Die Nationen und die ICF waren begeistert und zu unserer allergrössten Freude, haben wir heute Abend die Bestätigung vom Schweizerischen Kanuverband erhalten. Somit ist die Kandidatur von der Schweiz demnächst offiziell. Natürlich eine grosse Freude für das ganze Team hier in Amerika.

Die Stimmung im Team ist sehr gut und vor allem während dem Nachtessen in unserem neuen Lieblingsrestaurant, bei unserem Lieblingskellner war ein ständiges Gelächter. Nach dem der Kellner gestern Michi verarschte, legte er sich heute mit Ändu an. Bis kurz vor Schluss sah es so aus, als ob der Kellner gewinnt, aber mit einem genialen Schachzug von Ändu wurde der Kellner so überrumpelt, dass die Jury nicht darum herum, Ändu als Sieger nach Punkten zu bestimmen. Hoffentlich gehen wir morgen Abend wieder dort essen, denn wir sind jetzt schon gespannt auf die Revanche.

Die Schweizer waren heute übrigens wieder in der Zeitung. Unter dem folgendem Link findet ihr den Bericht: http://www.thestate.com/news/story/120501.html

Nun ist es auch Zeit für die Presse und Fanverantwortlichen schlafen zu gehen. Schliesslich steht morgen der erste Höhepunkt auf dem Programm.

Liebe Grüsse,
Reto
zuständig für’s Äusserste ;-)

hübsche Damen - Annalena und Chantal


16
Jul 07

16.07.07 – Columbia (SC)

Am Sonntagmorgen trainieren unsere Mädels und Jungs nochmals auf dem Kanal. Diesmal steht das Training für das Mannschaftsrennen auf dem Programm. Die Mannschaften funktionieren ziemlich gut und man darf gespannt sein, was die Schweizer am kommenden Freitag für eine Leistung bringen können.

Am Nachmittag ist wiedereinmal eine Verschiebung angesagt. Alle Kleider in die Koffer, alle Koffer in die Autos, alle Boote auf’s Dach und alle Menschen ins Auto, damit wir in das zwei Autofahrstunden enfernte Columbia gehen können. Hier wird das klassische Rennen stattfinden. Unser neues Hotel, das Riverside Inn, ist nicht mehr ganz so komfortabel, wie jenes in Carolina, dafür aber auch billiger. Und einen Pool zum Abkühlen hat es auch noch. Inzwischen sind bei uns die Temperaturen wieder ziemlich am steigen und man ist froh für jede Art der Abkühlung.

Pool beim Hotel

Am Abend findet der erste Programmpunkt von der Junior Wildwater Worldchampionships 2007 statt. Ein Meet and Greet der Athleten mit anschliessendem Abendessen. Meet and Greet heisst, dass wir ca. 3/4 Stunden auf einem heissen Parkplatz warten, zusammen mit allen anderen Athleten. Kurz kommt einer mit einer Filmkamera vorbei um ein Interview zu machen und dann herrscht wieder Ruhe. Genau in dem Moment, als sich das amerikanische Team bei den Schweizern vorstellt, werden wir zu einem leeren Bürogebäude geführt, wo es wenig später etwas zu Essen gibt. Eine halbe Stunde danach sind dann auch alle Athleten wieder draussen, ohne dass sie je einer der Organisatoren gesehen haben, geschweige davon eine kurze Ansprache gehört haben. Einen Vorteil hat das Ganze: Wir haben gegessen und viel Zeit um im Pool zu baden, Boote zu reparieren und früh schlafen zu gehen.

Hawai Ändu    Parkplatz oder Meet and Greet    Warten auf dem Parkplatz    Fabio beim Interview    Marsch zum Essen    Essen im Büro

Zur Zeit, es ist Montagmorgen, trainieren die Wettkämpfer auf dem Saluda River für das Rennen über die klassische Distanz. Wasserablass gibt es nur von 8-12 Uhr und somit sind auch die Trainingsmöglichkeiten eingeschränkt. Wir warten hier nun gespannt, mit welchen Rückmeldungen die Schweizer zurück ins Hotel kommen. Wir werden über den Fluss auch ganz bestimmt in diesem Blog wieder etwas erzählen.

Es grüsst, Reto

P.S. Ich hatte auch einmal das Vergnügen, mit dem Playboat den Kanal runter zu fahren. War ziemlich nass und neben vielen Eskimorollen gab es auch einen schwimmende Variante ;-)


15
Jul 07

Wildwasserkanal Charlotte (NC)

Das Nationale Wildwassersportzentrum von der USA ist eine 45 Mio. US Dollar teure Sportanlage bei der man auch noch Mountain Biken und Klettern kann. Für die Wildwassersportler gibt es 2 verschiedene Kanäle die jeweils ca. 600m lang sind.

Die Wildwasserabfahrts Weltmeisterschaften der Junioren findet auf dem sogenannten „Freestyle Channel“ statt. Dies ist der einfachere der beiden Kanälen und ist jedoch immer noch sehr anspruchsvoll für Abfahrtsboote.

Dieser Kanal kann man sehr gut in 2 verschiedene Teile einteilen, die ersten 400m sind technisch anspruchsvoll mit viel Schiebewasser und engen Kurven. In dieser ersten Hälfte gibt es aber auch flache Abschnitte die jedoch wegen Pilzen und Strudeln nicht unterschätzt werden dürfen.

Christophe    Fabio

Nach einem 1m hohen Abfall fährt man in einen grösseren Pool rein, danach wird der ganze Fluss viel enger und bei einer Bogenbrücke beginnt der zweite schwierigere Abschnitt. Nach der Bogenbrücke geht es wieder einen Abfall runter, und hohe Wellen empfangen den Paddler. Diese Wellen können den Paddler stark versetzen und man muss wirklich jeden Schlag geplant einsetzen damit man auf der schnellen Linie bleibt. Auf diesem Streckenabschnitt haben wahrscheinlich schon alle Paddler einmal in einem Rückwasser halt gemacht, oder sind mit vollem Tempo ins Ufer rein gefahren.

Annalena    Fabio

Ich selber komme mit dem Sprintkanal gut zurecht, habe jedoch immer wieder Fahrten die absolut nicht klappen, der Kanal ist sehr kräfteraubend und wenn man nicht voll konzentriert runterfährt, ist eine perfekte Fahrt illusorisch. Zu gewissen Tageszeiten ist der Fluss auch voll mit Rafting Booten, welche für die schnellen Wildwasserboote ein grosses Hindernis darstellen.

Langsam aber sicher kommt beim ganzen Team WM-Stimmung auf, wir werden heute Abend und morgen Vormittag noch auf dem Sprint trainieren und dann Morgen Nachmittag die 2 ½ stündige Autofahrt auf uns nehmen um zur Classic-Strecke in Columbia, South Carolina zu gelangen.

Gruss

Fabio

Lift für Kanufahrer    Amerikanischer Wildwasserfahrer mit Nasenklammer :-)


13
Jul 07

13.07.07 – Charlotte (North Caroline)

Heute Morgen haben wir zum ersten Mal den Wildwasserkanal in Charlotte gesehen, auf welchem auch die Sprint-WM nächste Woche ausgetragen wird und unsere Athleten konnten auch bereits ein paar Fahrten darauf machen. Bevor ich aber hier ins Detail gehe, alles schön der Reihe nach.

Dienstag und Mittwoch verbringen wir in Vero Beach an der atlantischen Küste. Bei grosser Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit führen wir ein paar Trainings durch. Es ist aber sehr anstrengend, bei diesem Wetter zu paddeln und so überrascht es nicht, dass einigen Athleten nicht wirklich wohl ist nach dem Training. Dafür muss man hier nicht alleine Paddeln. Entweder schaut mal ein Delphin vorbei oder eine Seekuh taucht plötzlich neben dem Boot auf. Andi findet aber, dass er schon ein bisschen ein komisches Gefühl gehabt hat, als der Delphin knapp vor seinem Boot durchschwamm.

Training in Florida
Das Essen bleibt weiterhin ein Problempunkt von unserer Amerikareise. Selber eingekauftes Picknick ist zwar geniessbar, aber eine warme Mahlzeit wäre auch nicht schlecht. Leider schliessen viele Restaurtants in Vero Beach bereits um 20 Uhr. Da am Dienstagabend das Training ein bisschen länger geht, müssen wir nach einem geöffneten Restaurant suchen. Aber wir finden sogar ein Restaurant, das ein bisschen italienisch aussieht. Das Essen schmeckt den meisten dann doch nicht so und das Servier-Personal ist froh, als wir uns auf den Weg nach Hause machen, denn wir waren schon ein bisschen eine spezielle Gruppe.

Picknick
Am Mittwochstraining begleitet das Team ein Reporter der lokalen Presse und am Nachmittag shopen wir im grossen Outlet von Vero Beach. Am Abend organisert die Hotelmanagerin ein BBQ und das deutsche Team trifft in Vero Beach ein.

Am nächsten Morgen überrascht uns die lokale Zeitung mit einem Bericht über die Nationalmannschaft auf der Titelseite. Mit dem hat wohl niemand gerechnet. Nun geht es aber mit den Deutschen Richtung Charlotte. Den ganzen Donnerstag reisen wir 600 Meilen bis nach Charlotte, wo wir um 23 Uhr völlig übermüdet ankommen. Den Highway von Amerika haben wir nun auch gesehen und zum ersten Mal gibt es richtig gutes Abendessen mit grossem Buffet, tollem Service und viel Glace. Das Essen entschädigt für die strenge Reise, aber leider haben wir vergessen, wie die Restaurant-Kette heisst. Hoffen wir, dass sie uns wieder in den Sinn kommt.

Hotel in Charlotte
Heute, Donnerstag-Morgen, trainieren die Schweizer zum ersten Mal auf dem Kanal. Im Schlussabschnitt geht da ziemlich die Post ab und die meisten bekunden noch Mühe mit dem Kurs. Wir haben jetzt aber noch knapp zwei Tage zum Trainieren, bevor wir uns in Richtung Columbia verschieben. Ach ja, auch hier müssen wir nicht alleine trainieren. Nur begleiten uns hier keine Delphine oder andere Tiere, sondern haufenweise von Rafts und andere Kanufahrer. Wie das so ungefähr aussieht, seht ihr auf den Fotos.

Es grüsst,

Reto

Wildwasserpark in Charlotte Fabio

Sabine Fabio AndiRaftAnnalenaFabioFabioAnnalenaBusbeschriftungUnser Bus (mit TCS-Werbung)


10
Jul 07

Reise nach Amerika

Am Sonntagmorgen 8. Juli verlassen wir bei regnerischem Wetter Buochs und machen uns auf den Weg nach Basel. Wir, das sind die vier Athleten vom Kanuclub Nidwalden Fabio Wyss, Christopher Fergg, Annalena Kuttenberger und Kim Rammelkamp, der Wettkämpfer von den Solothurner Kajakfahrer Andi Arnold, der Teamleader Heinz Wyss, der medizinisch Masseur Silvan Wyss, der Kammermann Michi Reber, der Fan-Verantwortliche Reto Wyss und das gute Gewissen Bernadette Wyss. In Basel betreten drei weitere Wettkämpfer, Chrstiophe Nicolet, Chantal Abgottspon und Luke Meysner und der Juniorentrainer Torsten Krebs den Bus.

Die Reise nach Düsseldorf verläuft reibungslos. In Düsseldorf empfängt uns Ralf Beerschwenger, welcher uns hilft beim Check-in der Boote. Also ehrlich gesagt, sah es schon sehr komisch aus, als wir mit 10 Kajaks den Flughafen betraten, aber auch hier verläuft alles ohne grössere Zwischenfälle und bevor wir in der Jugendherberge die Nacht verbringen, essen wir noch ein paar Curry-Würste.

am Flughafen in Düsseld.orf

Am Montagmorgen 9. Juli geht es weiter zum Flughafen Düsseldorf und um 12.20 Uhr setzten wir uns in das Flugzeug, mit über eine Stunde Verspätung. Über den 10 Stunden langen Flug werde ich hier nichts berichten, nur so viel: Es war lang, aber zeitweise auch sehr lustig!

Um 16.30 Uhr Ortzeit landen wir in Miami (Florida). Die Passkontrolle lassen wir ohne grössere Schwierigkeiten hinter uns (sogar Michi darf einreisen!) und unsere Kanus warten auch schon in der Gepäckabgabe. Nun aber kommt doch noch langsam ein bisschen Hektik auf. Denn wir stehen ziemlich hilflos am Flughafen mit 10 Kanus und keiner Ahnung, was wir hier tun. Zum Glück trifft aber schon bald Mike Beck ein. Er ist ein Deutscher, mit einer Kanuschule in der Nähe von Miami. Er hilft uns beim Bootetransport und allem weiteren, dass es uns hier in Amerika leichter fällt. Er hat für uns auch den tollen weissen Chevrolette-Bus mit verdunkelten Fensterscheiben reserviert. Wir kommen uns bereits jetzt schon vor wie richtige Gangster. Nur schade, dass wir eine Stunde in der Hitze stehen, bis der Bus bei uns ankommt. Ah ja, Hunger haben wir inzwischen natürlich auch und weil es keine Alternative gibt, gehen wir zum ersten Mal Junk Food essen in Amerika. Also keine Ahnung, was wir da für einen Saftladen getroffen haben, aber das Essen war scheusslich. Ich denke, in den nächsten drei Wochen wird keiner von uns mehr einen Schritt in ein Fast Food Restaurant machen.

Das Team in Miami!

Bei uns ist es jetzt Dienstagmittag, die Athleten sind am Trainieren und wir, Michi und ich, schwitzen uns hier einen ab. Darum gehen wir mal die 50 Meter Fussweg zum Pool.

Wie ihr sieht, uns geht es gut und es ist alles im grünen Bereich.

Es grüsst, Reto!