Allgemein


5
Dez 11

Training im Süden

Zurzeit bin ich wieder einmal im Trainingslager, und zwar in Sabaudia. Dies ist eines meiner Lieblingstrainingslager, was hauptsächlich mit dem warmen Wetter zu tun hat. Aber als Binnenländer ist man natürlich auch immer gerne am italienischen Meer und das Training mit Konkurrenz habe ich zu Hause auch nicht so oft. Die Konkurrenz besteht aus meinen Schweizer Teamkollegen, sowie einem Grüppchen Slowenen mit meinen üblichen Trainingspartner Lovro Leban und Rok Kuk.

In Sabaudia bleiben wir zwei Wochen und heute haben wir nach einer 12 stündigen Fahrt am Sonntag bereits die ersten drei Trainings gemacht. Leider ist es noch etwas windig zurzeit, deswegen verschoben wir den Eingangstest bis auf weiteres. Deswegen stand heute zweimal Grundlagenausfahrten und ein 60 Minütiger Lauf am Strand bei Sonnenuntergang an.

Ihr werdet bald wieder von mir hören mit mehr Informationen und hoffentlich auch Fotos. Für den Moment kann ich euch nur dieses Youtube Video vom slowenischen Kumpel Rok Kuk anbieten. Er hat mit seiner Helmkamera während meiner Zeit in Slowenien gefilmt. Deshalb sieht man ab und zu als Gastsportler mich über den Bildschirm paddeln.


21
Nov 11

Most na Soci City life

Von meinem knapp zweiwöchigen Slowenientrip bin ich gesund und mit ein paar zusätzlichen Kilometer im Rucksack nach Hause gekehrt. Ich habe mich in der zweiten Woche einiges besser an den etwas hohen Trainingsrhytmus und das harte Socawasser gewöhnt. Den üppig eingerichteten Kraftraum nutzte ich um alle verschiedenen Muskelgruppen zu trainieren. Dies ist zu diesem Zeitpunkt der Saison ideal und zu Hause leider nicht so gut machbar. Da mein kleiner Folterkeller neben zwei Hantelstangen und einer Klimmzugstange nicht so viel bietet.

Neben Kraft- und Wassereinheiten spielten wir auch ein Mal pro Woche Fussball und Basketball. Leider verstauchte ich dabei etwas meinen Knöchel und humpelte einen Tag etwas herum. Ich war knapp fähig mein Boot die 150m ans Wasser zu tragen. Das ist schon ziemlich alles was ein Kanute von seinem Knöchel verlangt, deswegen wurde mein Training nicht allzu sehr beeinträchtigt. Da wir oft eine Turnhalle zur Verfügung hatten, trainierten wir noch ein paar unübliche Einheiten für Paddler um unsere Athletik und unser Körpergefühl auf Vordermann zu bringen. Absolut überraschend kam zum Vorschein, dass ich keinerlei Fähigkeiten als Kunsturner besitze, weder auf dem Boden, am Reck noch am Sprung.

Insgesamt trainierte ich in den 12 Tagen 45 Stunden, daneben gefiel mir das etwas unbekümmerte Leben in Slowenien. Es fühlt sich alles ein bisschen weniger gestresst an als in der Schweiz. Im 600 Einwohner Dorf Most na Soci fällt man natürlich etwas auf als Fremder. Die meisten konnten mich jedoch schnell einmal als Kanute identifizieren und da der Kanusport im Socatal einen speziellen Status geniesst, war man schnell überall willkommen. Vom Gefühl her bin ich auf einem sehr guten Weg für die nächste Saison, es geht nach wie vor weiter nach oben, respektive hoffentlich die 1000m Zeit nach unten.

Seit Trainingsbeginn Anfangs Oktober habe ich in 7 Wochen relativ viel trainiert ohne grosse Pausen mit einem Wochenschnitt von 21 Stunden. Die nächsten zwei Wochen werde ich nun etwas relaxter trainieren zwischen wöchentlich 15 und 18 Stunden, bevor es dann Anfangs Dezember zwei Wochen in den Süden nach Sabaudia geht. Dort werden dann die ersten ganz grossen Umfänge trainiert während der aktuellen Saison. Das heisst wöchentlich ca. 200km und über 25 Stunden Training. Als trainingssüchtiger Mensch quasi ein kleines Weihnachtsgeschenk…


10
Nov 11

Training in Most na Soci (SLO)

Ich bin am Montag gut ins wunderschöne Soca-Tal in Slowenien gereist. Hier trainiere ich zusammen mit den beiden U-23 Vizeeuropameister 2010/2011 Lovro Leban und Rok Kuk sowie ab und zu mit dem zweimaligen Olympiateilnehmer im Kajak-Einer Jernej Zupancic Regent. Jernej ist kürzlich zurückgetreten und trainiert noch ein paar Mal pro Woche und ist nach wie vor ziemlich zügig unterwegs. 20 Jahre Leistungssport sind eine Basis die nicht so schnell wieder verschwindet wie es scheint. Mitgereist nach Slowenien ist auch meine Nationalteam Kollegin Nicole Rutishauser. Sie kann hier profitieren von der guten Betreuung vom Schweizerisch-Slowenischen Nationalcoach Ingolf Beutel.

Die Bedingungen hier sind ziemlich gut, etwas wärmer als zu Hause und immer flaches Wasser. Auch wenn es ab und zu windet, bleibt die gestaute Soca immer ruhig, was im Moment wichtig ist, da man im Herbst einen grossen Fokus auf die Technik legt. Ansonsten bietet Most na Soci auch alles was ein Paddlerherz begehrt, einen grosszügig eingerichteten Kraftraum, eine Turnhalle, einen wunderschönen Joggingweg am Fluss entlang und nicht unweit eine Sauna von der ich am Samstag Gebrauch machen will. Meinen Formstand würde ich als ganz gut einstufen, am Sonntag vor dem Trainingslager, gab es den zweimal jährlichen Leistungstest in Rapperswil. Mit einer deutlich neuen Bestzeit beim 2000m Wassertest und einer 17’55 beim 5000m Lauf stellte ich mich zufrieden. Die Kraftausdauerwerte sind für das bisher wenige Krafttraining in der Saison auch auf gutem Weg. Anfangs Woche spürte ich noch etwas die Strapazen vom Testsonntag und mittlerweile werden diese Wehwwechen vom Trainingsalltag überschattet. Was bedeutet, dass ich etwas am leiden bin, wie es sich gehört wenn ordentlich trainiert wird.

Einen grossen Dank möchte ich an Roland Huber und dem Pneuhaus Frank in Sursee widmen. Auf der Suche nach einem Fahrzeug für meinen Slowenien Trip konnte er mir aushelfen. Das nächste Reifenset also bitte in Sursee einkaufen! Der Link lautet: www.pneuhausfrank.ch


19
Okt 11

Train hard, sleep well

So ich bin wieder mal etwas unzuverlässig gewesen mit dem Schreiben von Artikeln auf dieser Homepage. Nach den äusserst erfolgreichen Nationalen Meisterschaften gab es 3 Wochen Pause. Für uns Randsportler immer eine gute Gelegenheit um Geld zu verdienen. Das habe ich auf sehr angenehme Art und Weise gemacht in dem ich relativ oft Kanukurse, Kanutouren und Midnightsports Abende geleitet habe. Daneben gab es auch ein paar gemütlich, erholende Tage, aber alles in Allem ging alles etwas zu schnell vorbei, wie das halt so ist.

Vor zwei Wochen war dann der Spuk wieder vorbei und mein Trainingsalltag begann wieder. Mit immer noch ein paar Stunden Arbeit nebenan. Aller Anfang ist schwer und dies trifft auf den Trainingsbeginn besonders zu. Muskelkater, Müdigkeit und Antriebslosgkeit sind die treuen Begleiter in der ersten Trainingswoche. Dies verschwindet zum Glück in der zweiten Woche teilweise mit gewissen Rückschlägen. Die Trainingsinhalte beschränkten sich auf lange Ausdauertrainings auf dem Wasser, Bike, im Schwimmbad und mit Laufschuhen an den Füssen. Daneben wie gewohnt viel Krafttraining im Ausdauerbereich. Dies passte sehr gut zum Vorhaben von meinem Bruder Silvan und mir. Wir paddelten nämlich letzten Sonntag den Adigemarathon in der Nähe von Verona (ITA). Als Vorbereitung sassen wir einige Mal in den K2, den wir vom KC Rapperswil-Jona ausleihen konnten. Es lief von Anfang an bestens und wir gingen voller Zuversicht nach Italien mit unseren Eltern als Betreuer. Ich war mir nach den Trainingszeiten im Klaren, dass wenn alles gut läuft wir ganz vorne mitfahren können. Doch leider kommen bei solchen Marathons in der Regel immer einige Dinge dazwischen, die ein perfektes Rennen verhindern und am Sonntag hatten wir ganz viele Dinge davon. Es fing an am Start, als wir noch gemütlich am Einfahren waren 10 Minuten vor dem Start. Da kam dem Starter auf die hervorragende Idee das Rennen schon mal zu starten, da im Startbereich schon einiges an Gerangel war. Wir lagen zu diesem Zeitpunkt ca. 300m hinter besagtem Startbereich, wie so einige andere Paddler auch. Wir hatten dann die angenehme Aufgabe das Feld von hinten aufzurollen. Was den fahlen Nebengeschmack bei sich trägt, dass man über jede Welle der anderen Boote fahren muss. Dies benötigt einiges an Kraft und bringt das Boot jeweils von der Linie ab. Mit ganz viel Kampfgeist schafften wir den Anschluss an die Verfolgergruppe hinter dem Führenden Boot Benassi/Spadoni. Dies war gleich bei Rennhälfte, doch leider besass die Verfolgergruppe über einiges mehr an Energie als wir und verschärften zugleich das Tempo. Innerhalb weniger Minuten fielen wir weit zurück. 10km vor dem Ziel setzten mein Bruder und ich nochmals alle Kräfte frei, denn wir wollten nicht mit einem Vierten Platz nach Hause gehen. Wir gingen an unsere Leistungsgrenze und schafften tatsächlich nochmals den Anschluss. Ab diesem Moment regierte in meinem Kopf der Ehrgeiz vor dem Verstand und wir übten mächtig Druck aus auf die Gruppe. Schlussendlich erkämpften wir uns den Dritten Rang und waren glücklich, dass es trotz allem noch gereicht hat um unser Ziel zu erreichen. So ein Bruderzweier harmoniert halt einfach gut, in jeglicher Hinsicht :-)

Am Tag danach durfte ich dann ohne Erholung ins Trainingslager nach Rapperswil und bin momentan hier am Wirken mit 3-4 Trainings am Tag und blutunterlaufenen Blasen an den Händen. Also ganz wie es sich gehört in den ersten paar Trainingswochen in der neuen Saison!

Fotos vom Marathon folgen hoffentlich bald


12
Sep 11

Letzte Anstrengungen vor der verdienten Pause

Ein sehr erfolgreiches Wochenende liegt hinter mir. An den Schweizermeisterschaften in Eschenz am unteren Bodensee konnte ich die grosse Medaillenjagd vom letzten Jahr fortsetzen. Es ging aber an diesem Wochenende nicht ausschliesslich um Medaillen und Paddeln bis zum kollabieren, sondern auch um „gewöhnliche Arbeit“ zu Hause in Buochs…

Am Samstag standen in Eschenz die 1000m Rennen auf dem Programm. Meine Lieblingsdistanz, aber auch immer diejenige bei der ich mir selbst am meisten Druck mache! Zuerst gab es gleich mal den Einer, bei mehrheitlich flachem Wasser und leichtem Rückenwind. Ich startete relativ gewöhnlich für meine Verhältnisse. Ich nahm mir zwar vor diesmal etwas schneller zu starten, aber dies war gar nicht nötig. Schon von Anfang an lag ich an der Spitze, was für mich ein absolutes Novum bedeutet. Ich probierte trotzdem einfach mein Rennen zu machen, was mir ganz gut gelang. Bei Rennhälfte versuchte ich meine letzten Verfolger abzuschütteln, was einigermassen gelang, aber Motorbootwellen zerstörten etwas meine Tempoverschärfung. Trotzdem merkte ich ziemlich bald, dass mir dieser Sieg nicht mehr zu nehmen ist. 100m vor dem Ziel lag ich uneinholbar weit vorne und irgendwie gab mir das noch einen Kick, auf jeden Fall legte ich noch einen mächtigen Schlussspurt hin. Den Titel den ich vor zwei Jahren an gleicher Stätte zum ersten Mal zu meinem machte, verteidigte ich nach letztem Jahr nun zum dritten Mal. Mit über vier Sekunden Vorsprung war der Sieg jedoch deutlicher denn je!

1000m Sieg in 3:37.52 Sekunden

1000m Sieg in 3:37.52 Sekunden

Die Kajakzweier über 1000m mit Christophe nahmen wir etwas zu légèr. Unsere klare Favoritenrolle bewog uns dazu vor Allem Kräfte zu sparen. Deswegen war der Sieg nicht so deutlich wie er eigentlich sein müsste, aber gewonnen ist gewonnen :-) Im Vierer mit unseren Rapperswiler Clubkameraden Stefan Domeisen und Matthias Krähenbühl, spielten wir unsere Favoritenrolle ebenfalls gekonnt aus mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 3:09 und dies ohne wirklich an unsere Grenzen zu stossen. Danach hiess es für mich gleich Koffer packen und ab nach Hause. Eigentlich standen noch die 200m im Einer an, aber die Pflicht der Arbeit rief. Gerne hätte ich meine Fortschritte auf der Sprintdistanz unter Beweis gestellt, auch wenn es für eine Medaille sehr knapp geworden wäre.

In meinem Heimatdorf Buochs begann um 19:30 die Kickoff-Veranstaltung zum neuen Gemeindeprojekt Midnight Sports. Midnight Sports soll Jugendlichen ab Sekundarschulalter die Möglichkeit bieten am Samstagabend in der Turnhalle Sport zu treiben, Musik zu hören und Spass zu haben. Von der Idee und dem Projekt war ich von Anfang an überzeugt und begeistert, was dazu führte, dass ich als Projektleiter die Jugendlichen jeweils durch den Abend führe. Dabei bin ich nicht ganz alleine sondern werde von der zweiten Projektleiterin Julia Brechbühl und zahlreichen jugendlichen und erwachsenen Helfer unterstützt. Beim Kickoff-Event wurden einige Reden gehalten, eine Buochser Nachwuchsband überzeugte mit guter Musikeinlage und der erfolgreichste Nidwaldner Sportler; das Skiass Reto Schmidiger (x-facher Juniorenweltmeister, Weltcupfahrer) wurde Interviewt und gab Autogramme. Insgesamt fanden rund 50 Jugendliche den Weg in die Lückertsmatthalle Buochs, dies wurde von allen Anwesenden als sehr positiv empfunden. Ich hatte sehr viel Spass, war aber auch froh, als ich um 23.30 nach Hause durfte um mit der Regeneration des Tages zu beginnen.

Am Sonntagmorgen stand ich nach keinen 5 Stunden Schlaf (das Adrenalin von den Rennen hielt mich noch wach) um 05.30 auf, verpflegte mich und packte die Taschen. Chauffiert wurde ich den ca. 1h 45min dauernden Weg vom Reiseleiter Papa, damit ich mich noch etwas entspannen konnte. Um 08.30 stand dann der 500m Vorlauf im Kajak Einer auf dem Programm. Ich fühlte mich ganz gut fuhr sehr kontrolliert mit tiefer Schlagzahl und viel Druck über die Distanz und sicherte mit Rang Zwei die direkte Finalteilnahme. Noch nie wurde ich auf 500m Schweizermeister im Einer. 2009 nur Fünfter letztes Jahr nach einem sehr guten Rennen knapp Zweiter. Es wurde ein richtiger Showdown zwischen den WM-Teilnehmer Christophe Nicolet, Dave Gubser und mir. Die beiden führten von Beginn weg und ich gesellte mich nach 200m ebenfalls an die Spitze. Dort blieben Dave und ich lange auf gleicher Höhe, ich wusste mit meiner Schlagzahl und dem Druck lieg ich am Maximum für diese Strecke, für einen Endspurt bleibt also nicht mehr viel Energie. Während ich mein Tempo durchzog fiel Dave immer mehr ab und ich überquerte mit deutlichen 1.23 Sekunden Vorsprung die Ziellinie. Die Zeit von 1:41.04 lag deutlich unter meiner persönlichen Bestzeit, ich geniesse die Zeit jedoch mit Vorsicht, da der Rhein, der in Eschenz aus dem See führt, wohl die Zeiten minim schneller machte. Die Kajak-Zweier und Vierer, waren spannende Rennen und wiederum konnten die Boote mit mir drin auf der zweiten Streckenhälfte allen davonziehen. So gab es nach drei Mal Gold am Samstag nochmals drei am Sonntag.

Die Mittagspause verbrachte ich nicht mit Essen oder Schlafen sondern ich fuhr mit Freundin Ramona beim Rahmen Mixtrennen über 200m mit. Letztes Jahr haben wir in einem engen Kampf gewonnen und auch dieses Jahr war es nicht anders. Wir lagen nach dem Start bereits aussichtslos hinten, danach spürten wir plötzlich wie das Boot plötzlich anfängt zu laufen und erst kurz vor der Ziellinie schoben wir unsere Spitze an dem Führenden Duo aus Rapperswil (Livia Haudenschild und Stefan Domeisen) vorbei. Danach gab es noch die Mannschaftsboote über die 200m bei denen wir nicht mehr die grossen Favoriten waren. Im Kajak-Zweier reichte es nur für Rang 3. Zwei Boote aus Romanshorn lagen vor uns. Damit war auch ziemlich klar, welcher Vierer über 200m zu favorisieren war. Trotzdem versuchten wir unseren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen, wir zeigten ein gutes Rennen und konnten wenigstens ein bisschen Spannung aufbauen. Die Romanhorner siegten verdient und wir rangierten uns auf dem Zweiten. Die Schweizermeisterschaften und damit die Saison waren zu Ende. Es reichte insgesamt zu 6x Gold, 1x Silber und 1xBronze. Letztes Jahr konnte ich in Rapperswil 7 Goldmedaillen gewinnen, dieses Jahr war aber die ganze Schweizermeisterschaft einiges besser besetzt und vor Allem die gewonnene 500m Goldmedaille im K1 war nicht ganz einfach. Deswegen bin ich also zu 100% zufrieden und freue mich nun auf drei Wochen trainingsfreie Zeit. Ich habe in den Wochen nach der WM gemerkt, dass ich voll auf den Felgen laufe. Meine Muskeln rebellierten mit Muskelkater und andauernden Verspanntheit. Mein Puls brachte ich in den Trainings nicht hoch und in der Erholung nicht runter, obwohl ich fast nichts trainierte. Naja also Zeit um komplett runterzufahren und mich um die Planung der nächsten Saison, Kanukurse und sportliche Buochser Jugendliche zu kümmern!

Apropos Buochser Jugendliche solche waren in Eschenz auch am Start und zwar für meinen ursprünglichen Verein Kanuclub Nidwalden (Seit 2010 bin ich dem Kanuclub Rapperswil-Jona angehörig). Selina Zimmermann, Alistair Smorthit und Urs Zimmermann waren die ganz grossen Abräumer in der Jugendkategorie, bzw. der weiblichen Schülerkategorie. Herzliche Gratulation dafür!


9
Aug 11

Ottensheim Episode 2011

10 Kilometer entfernt von der Österreichischen Stadt Linz liegt Ottensheim an der Donau. Das Schweizer und Slowenische Kanunationalteam benutzt diese Örtlichkeit nun schon seit ein paar Jahren um sich auf die Saisonhöhepunkte vorzubereiten. Natürlich paddeln wir nicht auf der Donau sondern auf einem 2km langen Seitenarm der eine fest eingebaute 2000m Strecke hat. Wir nächtigen direkt an der Strecke im Oberösterreichischen Leistungszentrum für Kanu- und Rudersport. Verköstigt werden wir im Sportrestaurant Biber direkt nebenan, bei dem uns die lieben Damen alle Jahre wieder von ihrem Können in der Küche überzeugen.

Finish 500m K2

Finish 500m K2

Trainingstechnisch geht es natürlich auch ordentlich ab, die letzten zwei Trainingswochen vor der WM in Szeged soll ja nochmals so richtig an der Form geschliffen werden. Da wir nun schon alle etwas länger dabei sind und uns eine grosse Grundlage antrainiert haben über die Jahre, vertragen wir auch bei den intensiven Einheiten immer mehr. So gibt es verglichen mit den letzten Jahren etwas mehr GA3 Strecken über die Renndistanzen. GA3 bedeutet so schnell wie möglich die 1000m und 500m Distanzen zu absolvieren. Trotzdem ist dies noch nicht exakt das Renntempo sondern noch etwa 5-10 Paddel und Pulsschläge pro Minute tiefer. In einem Rennen geht dies alles noch etwas schneller, da man erholt ist und unter einer grösseren Anspannung die Rennen bestreitet. Es kam uns daher willkommen, dass in unser Trainingslager die Österreichischen Meisterschaften fielen, die in Ottensheim abgehalten wurden. Wir durften die Meisterschaften ausser Konkurrenz mitfahren und hatten so ein paar Österreichische Clubboote als Gradmesser und Sparringpartner. Die Dimensionen einer Österreichischen Meisterschaft sind ähnlich bescheiden wie in der Schweiz und obwohl wir sehr müde waren vom vielen Training wollten wir natürlich vorne mitfahren und mit den Slowenen zusammen die Rennen dominieren. Auf 200m gelang uns dies erwartungsgemäss nicht wirklich, wir fuhren zwar ein gutes Rennen, aber brangen bei der hohen Schlagzahl nicht genug Druck aufs Wasser was schlussendlich Rang 4 hinter Slowenien und zwei Clubbooten bedeutete. Die 500m war da schon eher unsere Distanz und wir konnten hinter den Slowenen Zweiter werden. Wir verloren etwas mehr als eine Sekunde und erpaddelten bei Windstille eine 1:37 Zeit. Nichts Spezielles aber angesichts der Müdigkeit und auch dem mässigen Gefühl während dem Rennen durchaus akzeptabel. Am Sonntagvormittag gab es die abschliessende Königsdistanz über 1000m bei ganz viel Rückenwind. Da Christophe und ich noch nicht so viele Rückenwindrennen erlebt haben ist dies immer eine gute Möglichkeit eine neue Bestzeit aufzustellen. Wir kamen 4 Sekunden hinter den Slowenen über die Ziellinie und erreichten mit 3:19.34 erstmals eine Zeit unter 3:20. Vom Gefühl her fanden wir beide, dass wir etwas brav fuhren und natürlich wäre es frisch noch ein paar Sekunden schneller gegangen. Mit dem Resultat sind wir natürlich zufrieden und sind jetzt topmotiviert die letzte Trainingswoche vor der WM am ausnutzen.

Linz 500m

Linz 500m

Am Sonntag kam auf TSR, dem grössten Fernsehsender der Westschweiz, eine Reportage über unseren Zweier. Die Vorschau für die WM habe ich selber noch nicht angeschaut, da man im Ausland das Ding nicht kucken kann. Hier also der Link: http://www.tsr.ch/video/sport/sport-dimanche/#id=3317032, soviel ich weiss könnt ihr euch von meinen Französischkünsten überzeugen ;-) Für die Weltmeisterschaften in Szeged (HUN) habe ich die provisorische Meldung von 94 Nationen gesehen. Ich freue mich riesig auf 40‘000 Zuschauer an der Strecke und so viele Topsportler am selben Anlass wie ich. Zuerst gibt es aber nochmals einige Kilometer GA1, GA2 und GA3.


8
Jun 11

Hardcore Day

Wieder einmal ein Bericht aus dem Training, da die letzten Berichte von den Weltcups handelten. Nach dem versöhnlichen Abschluss mit Rang 12 in Duisburg von dieser Weltcupsaison, ging es wieder ein bisschen “back to basics”. Das heisst viel Grundlagenausdauer-, Kraft- und Athletiktraining. Heute war ein ganz spezieller Tag um 05.30 fing das erste Training auf dem Obersee in Rapperswil statt. Eigentlich bin ich ja so früh aufgestanden um Trainingspartner und U-23 EM-Teamkollege Stefan Domeisen Gesellschaft leisten, da er danach arbeiten musste. Leider verschlief Stefan und so war ich alleine, nun ja nicht jeder Paddler kann sich die Zeit so schön einteilen wie ich, dass immer Zeit für genügend Schlaf ist. So habe ich meine obligaten 12km in 60 Minuten erpaddelt, wobei mein Puls noch etwas in Schlafmodus war, durchschnittlich 123 Schläge pro Minute :-)

Danach gab es Frühstück und ein kleines Nickerchen, bevor es um 09.00 Uhr das zweite Mal auf’s Wasser ging. 6x2000m GA1 lautete das Programm und trotz den relativ windigen Verhältnissen, gelangen mir ein paar ganz gute Zeiten. Danach ging ich noch für 60 Minuten Joggen und genoss dann eine wohlverdiente Dusche und ein noch wohler verdientes Mittagessen.

Nach einem kleinen Powernap, stand das Nachmittagsprogramm an. Zuerst ging es in den Kraftraum für ein Standart Kraftausdauerprogramm mit 50 Wiederholungen Bankziehen und -drücken. Dort konnte ich zum ersten Mal in Rapperswil etwas höhere Gewichte nehmen, als bisher und zog bzw. drückte trotzdem noch in guter Manier. Als letzte Einheit, kam dann Stefan Domeisen dazu und aufgrund des Wellengangs gingen wir vier 50m und vier 100m Sprints im Hafen machen. So beendete ich mein Trainingstag und absolvierte zum ersten Mal 5 volle Einheiten an einem Tag. Die Qualität der einzelnen Einheiten stellten mich ebenfalls zufrieden und so geniesse ich jetzt zwei Pizzas und morgen meinen 22. Geburtstag ohne Training :-)

Am Sonntag fährt das Schweizer Team nach Zagreb um uns auf die U-23 EM vorzubereiten. Neben der WM stellt dieser Wettkampf den Jahreshöhepunkt dar und ich freue mich riesig darauf.


30
Mai 11

Die Revanche von Duisburg

Nach einem enttäuschenden Weltcupwochenende in Racice (CZE), ging die Reise am Donnerstag nach Duisburg (GER). Die Mission war klar, die Probleme vom vorangegangen Wochenende beseitigen und in den B-Final einzuziehen. Leider verlief die Reise nicht ganz so reibungslos wie nach Racice. Kurz vor Leverkusen verlor ein Lastwagen Diesel und auf der Autobahn staute sich der Verkehr für drei Stunden. Der Stau war nicht wirklich langweilig, da wir mit den vier Weltcup-Debütantinnen Nicole Rutishauser, Ramona Haslebacher, Noemi Brüschweiler und Michelle Sach und natürlich Trainer Ingolf Beutel eine etwas grössere Reisegesellschaft waren als noch für Racice. Leider war aber die Paddeleinheit am Donnerstagabend dahin und dies ist etwas was die Rennen nicht wirklich positiv beeinflusst.

Für Christophe und mich startete der Weltcup am Freitag um 11.00 Uhr mit dem 1000m Vorlauf, also unserer Paradedistanz. Trotz gutem Einfahren fühlten wir uns am Wettkampf, wie man sich halt so fühlt, wenn man am Vortag 10 Stunden lang in einem uralten, unbequemen Bus sitzt und sich von belegten Brötchen ernährt. Zusammengefasst waren wir beide ganz schön schlapp, qualifizierten uns trotzdem problemlos für die Halbfinals. Dort zeigten wir dann ein besseres Rennen als noch in Racice, aber leider reichte es knapp nicht für die B-Finals. Insgesamt erreichten wir die 20. Schnellste Zeit des Tages. Die Beteilligung war mit 43 teilnehmenden Nationen ähnlich stark wie vor Wochenfrist.

500m Kajak Zweier Schweiz Bahn 3 (Foto Peter Gubser)

500m Kajak Zweier Schweiz Bahn 3 (Foto Peter Gubser)

So wollten wir uns natürlich nicht von den Weltcups 2011 verabschieden und fuhren die 500m Rennen mit dem Messer am Hals runter. Der Vorlauf gelang schon richtig gut und trotz der beiden 1000m Einsätze hatten wir noch viel Kraft. Im Halbfinal starteten wir wieder recht explosiv und paddelten kraftvoll durch. Als wir über die Ziellinie kamen, sah ich das nur vier sehr starke Boote vor uns waren. Deutschland, zwei Mal Schweden und das U-23 Boot von der Kanunation Ungarn. Das bedeutete, dass wir uns ziemlich locker für den B-Final vom Sonntag qualifizierten. Dort stand wiederum im Vordergrund, ein gutes Rennen zu zeigen und wenn möglich so viele Boote wie es geht hinter uns zu lassen. Vom Renngeschehen kriegten wir beide nicht so viel mit, da wir uns sehr auf uns selber konzentrierten und unsere Taktik hervorragend umsetzten. Auf den letzten 200m schoben wir uns von Rang Fünf kontinuierlich nach vorne und erschöpften uns mit dem letzten Paddelschlag bis ans Ende. Schlussendlich resultierte Rang drei im B-Final und ein Gesamtrang 12. Dies bedeutet unser bisher deutlich bestes Weltcupresultat und Christophe und ich sind zufrieden, dass wir endlich mal unser Potenzial über die Ziellinie brachten. Dank den guten Bedingungen erreichten wir auch noch eine neue persönliche Bestzeit von 1:33.472.

Auf dem Weg zum Dritten Rang im B-Final (Foto Peter Gubser)

Auf dem Weg zum Dritten Rang im B-Final (Foto Peter Gubser)

Nach diesem letzten Weltcup ist jetzt auch klar wie die Einsätze für die U-23 Europameisterschaften in Zagreb aussehen. Christophe und ich werden die 500m gemeinsam im Kajak-Zweier bestreiten und ich werde erstmals einen internationalen Grossanlass im Einer über die 1000m bestreiten. Bis dahin gibt es jetzt noch zwei Wochen Training zu Hause, eine in Rapperswil und 21 Tage in Zagreb. Nächsten Donnerstag gibt es noch die Langstrecken Schweizermeisterschaften in Romanshorn über 5000m. Ich werde dort den Einer und den Zweier fahren.


22
Mai 11

Weltcup Racice (CZE) Machtdemonstration der Kanumächte

Mit grossem Selbstvertrauen sind Christophe und ich an die 2. Weltcupstation der Flachwasserkanuten gereist.  Wir wollten die grossen Fortschritte über den Winter nun endlich auf der  internationalen Topbühne beweisen. Für uns war es der erste Weltcup der Saison, da wir Poznan (POL) aus trainingstechnischen Gründen ausliessen. In Racice (CZE) haben wir dann gemerkt, dass wir nicht die Einzigen waren mit dieser Idee. Von den grossen Nationen, die Weltcup 1 ausliessen, waren jetzt beinahe alle da, und die meisten mit dem Maximum von zwei Booten pro Kategorie. Insgesamt starteten 45 Nationen.

Am Freitag ging es auf der wunderschönen Kanuanlage  40km nördlich von Prag entfernt los mit den Finalqualifikationen über 1000m und 500m. Im 1000m Vorlauf kamen wir ohne grosse Mühe auf Rang 5 und qualifizierten uns damit für die Zwischenläufe. Dort wehte dann ein anderer Wind; je zwei Boote aus Grossbritannien, Australien, Neuseeland sowie je eines aus Italien und Frankreich. Um in den B-Final zu kommen, wurde mindestens Rang 6 verlangt und für den Final Rang 3. Also ein ganz hartes Stück Arbeit, insbesondere, weil wir noch keines dieser Boote geschlagen haben. Aber an eine Niederlage dachten wir vor diesem Rennen zu keinem Zeitpunkt, es gab nur eines das beste Rennen unserer bisherigen Zweierkarriere zu zeigen und zu der grossen Überraschung ausschlagen. Der Start gelang reibungslos und wir blieben im Kontakt zu der Spitze. Danach unsere grosse Stärke der Streckenschlag in dem man das Boot gleiten lässt mit einer Frequenz von ca. 105 Schlägen pro Minute. Leider klappte, aber genau dies nicht wie gewohnt. Zwar stimmte die Frequenz, aber das Boot kam nicht richtig ins Gleiten, sondern lief nur über den Kampf. Für Laien ist dies etwas schwer nachvollziehbar, aber wenn zwei vollmotivierte Athleten alles investieren, verkrampft man sich dabei manchmal etwas. In einem Mannschaftsboot sind die Folgen fatal. Wir blieben zwar relativ gut an den besten Booten dran, aber in den letzten 250m wurden wir für die unökonomische Fahrtweise bestraft. Ich erhöhte die Schlagzahl für den Schlusspurt, doch es fehlte die Kraft um ihn effektiv durchzuführen. Die letzten Meter waren höllisch, ich sass schief im Boot und krampfartige Schmerzen in den Beinen wurden immer stärker. Im Ziel das Resultat Rang 8 noch vor zwei U-23 Europameister aus Italien. Was kein Trost ist, denn zur B-Finalquali fehlten 2 Sekunden, auf die Zwischenlaufsieger 7 Sekunden. Letztes Jahr verloren wir 11 Sekunden auf die schnellsten Boote, somit kann man sagen, dass es ein erheblicher Fortschritt war, aber damit kann man sich relativ wenig kaufen, insbesondere wenn man weiss, dass mehr möglich wäre.

K2 1000m am Weltcup

K2 1000m am Weltcup

Auf den 500m Rennen, die gleich im Anschluss stattfanden, wollten wir uns natürlich revanchieren. Die kürzere Distanz liegt uns zwar nicht so sehr, doch das interessierte überhaupt nicht. Der Vorlauf gelang wieder gut und wir fanden wieder zu einem schönen Bootslauf zurück ohne alle Kräfte zu verschwenden. Der 500m Halbfinal war dann das vierte Rennen innerhalb von 6 Stunden und wir gaben noch einmal alles, fuhren ein gutes Rennen und es reichte trotzdem nicht. Zu viele Kräfte wurden an diesem Tag schon verbraucht. Wieder Rang 8 im Zwischenlauf und 1.5 Sekunden Rückstand auf die B-Finalquali.

Es gelang uns die WM-Selektionslimite vom Schweizerischen Kanuverband zu erreichen. Dies ist kein richtig grosser Trost, aber immerhin etwas. Verglichen mit letztem Jahr sind wir sicher erheblich besser, aber man kann nicht zufrieden von einem Wettkampf nach Hause fahren, wenn man weiss, dass es noch schneller geht. Wie viel schneller man fährt auf 1000m, wenn das Boot reibungslos läuft ist reine Spekulation. Christophe und ich wollen es nächsten Freitag in Duisburg beim letzten Weltcup herausfinden!

Resultate, Bilder etc. sind unter www.racice2011.com zu finden, an meinen 1000m Konkurrenten, herzliche Gratulation für diese hochstehenden Finals, so ein kompaktes Feld gab es schon lange nicht mehr oder vielleicht noch nie! Die schnellsten 23 Kajakzweier innerhalb von 7 Sekunden ab einer Zeit von 3:14, das war gute Werbung auf Eurosport.


16
Mai 11

Unbegrenzte Motivation in Rapperswil

Rapperswil ist ein Städtchen in der Schweiz, welches ich richtig gerne mag. Unzählige Sportangebote mit besten Infrastrukturen, überblickbare Stadtgrösse, feiner Kebab und nette Ausgangs- und Shoppingmöglichkeiten. Viel wichtiger aber noch, einer der modernsten und grössten Schweizer Kanuclubs, bei dem ich Mitglied bin und ein See, der vor Allem im Herbst, Winter und Frühling meistens Spiegelglatt ist. Seit fast zwei Wochen gibt es auch noch eine festinstallierte Regattabahn mit Bojen alle 25 Meter. Man fühlt sich also schon fast wie am Weltcup, wenn man die 1000m-Strecke runterpaddelt.  Dazu kommen einfach gute Erinnerungen an Rapperswil, viele witzige und gute Trainingspartner, offene Leute mit viel Verständnis und Unterstützung für den Spitzenkanusport und nicht zu vergessen die 7 Schweizermeistertitel, die ich letztes Jahr hier aus dem See gefischt habe…

Kajak Zweier 1000m

Kajak Zweier 1000m

Wieso ich das alles schreibe? Eigentlich nicht um meinen Rapperswiler Clubkollegen zu schmeicheln, sondern vielmehr die persönliche Bedeutung herauszustreichen, wenn es wieder einmal heisst: Internationale Frühjahrsregatta Rapperswil. Auf der olympischen 1000m war ich Favorit und ich habe mir selber ziemlich viel Druck auferlegt, da ich zeigen wollte, dass ohne meine Erkältung am Saisonstart in Mantova noch mehr möglich gewesen wäre. Wie schon in Mantova ging meine Taktik hervorragend auf. Nach den ersten 250m lag ich noch auf Position drei und konnte dann einen sehr druckvollen und kräftigen Streckenschlag fahren. Bei 500m versuchte ich den Druck und die Frequenz noch etwas zu steigern. Leider brachten mich ein paar seitliche Bootswellen etwas aus dem Konzept, es gelang mir aber trotzdem. 300m vor dem Ziel lag ich fast gleichauf mit dem Führenden David Gubser  und da begann ich schon mit meinem Schlussspurt an. Normalerweise ist dies zu früh, aber ich fühlte mich einfach sehr gut. Es war eine stetige Steigerung vom Druck auf dem Paddel, der Schlagzahl und der Geschwindigkeit. Schlussendlich lag ich im Ziel 1.08 Sekunden vor David und erreichte meine Zielsetzung. Am besten gefiel mir, dass ich verglichen zu Mantova wieder zu einem druck- und kraftvollen Schlag zurückgefunden habe. Während dem Rennen konnte ich ruhig bleiben und die Schlagzahl im Streckenschlag tief halten und dafür im Start- und Endspurt hochbringen.

Die Zweier- und Viererrennen waren erwartungsgemäss eine klarere Sache auf dem 1000m. Interessant war der Vergleich im K2 gegen Stefan Domeisen und Andri Summermatter. Die beiden Jungtalente (Stefan 19-Jährig, Andri 17-Jährig), konnten ihren Zweier gut laufen lassen und zwangen Christophe und mich ein schnelles Rennen zu zeigen um den Sieg zu bewerkstelligen. Im Kajak Vierer siegte unser Rapperswiler Boot in der Besetzung Fabio Wyss / Christophe Nicolet / Stefan Domeisen / Fabian Reck diskussionslos. Am Samstagabend wurde bei welligen Bedingungen der Kajak Einer über 200m ausgetragen. Die neue olympische Distanz, war noch nie so mein Ding und wird es vermutlich auch nicht werden, aber man soll ja niemals nie sagen. Ich kam in den Final und wurde dort Siebter, gewonnen wurde das Rennen vom Deutschen Jürgen Schüle. Somit war der erste Arbeitstag vom Wochenende erfolgreich hinter sich gebracht und es  galt sich nun von diesen vier Rennen zu erholen um am nächsten Tag wieder bereit zu sein.

Siegerehrung Kajak Zweier

Siegerehrung Kajak Zweier

Am Sonntagmorgen um 09.00 Uhr stand für mich der 500m Vorlauf im Kajak Einer an. Ich war noch nie der schnellste Schweizer über diese Distanz und ich wusste, dass man auf die ausländische Konkurrenz aus Deutschland auf jeden Fall aufpassen musste. Der Vorlauf war richtig krampfig, als Dritter im Vorlauf qualifizierte ich mich für den Final und ging nicht wirklich an meine Grenzen, doch das Gefühl war überhaupt nicht gut. Doch erfahrungsgemäss wusste ich, dass ich dieses Rennen einfach zum Aufwachen brauchte um dann für den Final richtig fit zu sein. Genau so kam es dann auch, der erste Schlag passte schon richtig gut und ich beschleunigte das Boot für meine Verhältnisse richtig gut aus dem Start heraus. Da es mein erster voller 500m in diesem Jahr war, hatte ich noch etwas Schwierigkeiten mit den höheren Schlagzahlen und meine Technik verfiel etwas. Doch mit viel Druck brachte ich trotzdem einen guten Schlussspurt zurecht und überquerte 0.75 Sekunden hinter dem Deutschen Jürgen Schüle die Ziellinie. Ich war gerade noch knapp vor meinem Zweierpartner Christophe, der ein ebenfalls starkes Rennen zeigte. Im Zweier über die nichtolympischen 500m versuchten Christophe und ich unsere Fortschritte im Einer über diese Distanz auch im Zweier zu beweisen. Für unsere Verhältnisse starteten wir sehr kraftvoll und explosiv und waren schon am Start vorne mit dabei. Einzig die Deutschen starteten schneller, doch bei Rennhälfte zogen wir an ihnen vorbei und distanzierten das ganze Feld. Im Ziel waren wir uns beide einig, einen sehr guten Saisoneinstand auf dieser Strecke gezeigt zu haben. Als wir dann noch hörten, dass wir eine Zeit von 1:34.13 aufstellten, waren wir richtig zufrieden. Eine neue persönliche Bestzeit zu diesem Zeitpunkt der Saison ohne Rückenwind und in 16 Grad kaltem Wasser, ist auf jeden Fall zufriedenstellend.

Danach wechselte wie so oft an dem Wochenende wieder das Wetter und wir kämpften im Vierer auf 500m mit hässlichen Seitenwellen. Hinter dem Deutschen Vierer schaute Rang Zwei heraus. Auch auf 200m im Einer gab es noch einige Wellen, trotzdem lief unser Boot stabil und für einen 200m fuhren wir ganz ordentlich. Ebenfalls Rang Zwei hinter Deutschland hiess es am Ende.

Von jetzt bis Donnerstag trainieren Christophe und ich noch in Rapperswil, bis wir dann an unseren ersten Weltcup der Saison anreisen. In Racize (CZE) starten wir über 1000m und 500m im Kajak Zweier und hoffen mit einer B-Finalquali gleich die Selektionslimite vom Kanuverband zu erfüllen.

Wichtigste Resultate:

K1 1000m:

1. Fabio Wyss 3:41.37, 2. David Gubser 3:42.45, 3. Christophe Nicolet 3:44.79

K2 1000m:

1. Wyss/Nicolet 3:35.89, 2. Domeisen/Summermatter 3:39.50

K1 200m:

1. Jürgen Schüle GER 37.19, 2. Böhme Niklas GER 37.35, 3. Gubser Remo 37.90, 7. Fabio Wyss 39.79

K2 200m:

1. Schüle/Böhme GER 38.53, 2. Wyss/Nicolet 38.82, 3. Schneider/Ströhle GER 41.12

K1 500m:

1. Jürgen Schüle GER 1:46.24, 2. Fabio Wyss 1:46.99, 3. Christophe Nicolet 1:47.11

K2 500m:

1. Wyss/Nicolet 1:34.13, 2. Schüle/Böhme 1:36.62, 3. Gubser/Gubser 1:40.21